Februar-Gedicht der Künstlergruppe 14 Zoll – „GRENZEN“

von Axel C. Englert
Mitglied, Moderator

Auf den Leim?

Ich zeig dir meine Grenzen auf:
Bis hierhin – bitte – und nicht weiter!
Trägst du den Virus „Tod“ in dir?
Dann muss ich sagen: „Leider
kann ich dich gar nicht lieben!
Ich darf dich von mir schieben!“

Bleib weg, mir fern, ich möchte nicht,
daß du mir dieses Zeug aufzwingst.
Meinst du, ich bin nicht ganz dicht,
und wenn du mir den „Segen“ bringst,
dann wird sich leichthin alles fügen …
Da müsst‘ ich mich belügen!

Geh bitte schnell woanders hin,
sonst muss ich dich verbannen!
Du siehst in deiner Krankheit Sinn
und gießt sie aus, mit Kannen,
die voll von Ungeziefer sind –
doch glaube mir: Ich bin nicht blind!

Noch kann ich atmen, denken, fühlen!
Und das soll so bleiben, alle Zeit!
Mit der Gefahr nur dumm zu spielen,
dazu bin ich nicht gern bereit!
Versteh mich jetzt und geh auch heim!
Dir geh ich niemals auf den Leim!

© Alf Glocker

Grenz-Erfahrungen

SIE Schieber krieg ich! Woll‘n wir wetten?!
DA! Gleich 5 Stangen! ZIGARETTEN!
KONFISZIERT! JA! HA! Zur Gänze!
ICH bin KORREKT! ICH bin die GRENZE!

Der HUND schlägt an?! Na bitte: DROGEN!
ZACK! Aus dem Verkehr gezogen ...
SCHWARZGELD haben Sie?! Im Täschchen?!
Sie sind VERHAFTET! Und ein Fläschchen ...

Im Lieferwagen – ZEHN Personen?!
Menschenschmuggel! Darf nicht lohnen ...
(Wieder bloß ALKOHOL?! Nicht die Bohne! Mist!
Wenn man ein „KAFFEE-GRENZCHEN“ ist ...)

© Axel C. Englert

Grenz-Wert

Erinnerung durchweht den Geist,
den man darum Gedächtnis heißt,
auch wenn man’s so genau nicht nimmt,
weil diese Grenze leicht verschwimmt.

Die Täuschung lauert um die Ecke,
man weiß zwar nicht, zu welchem Zwecke,
kann sein, was heut gewiss erscheint,
war früher anders wohl gemeint.

So ein Gedächtnis trübt sich ein ...
Einerseits ganz schön gemein,
andrerseits ein großes Glück,
vergoldet’s doch den Augenblick,

besonders das, was wohlgediehen.
Dass Seelen solche Grenzen ziehen,
ist sicher nicht so ganz verkehrt,
denn: Gutes ist Erinnerung wert.

© noé/2019

Grenzen

Grenzenloses Urvertrauen:
Grenzen – muss der Mensch erst bauen!
Das kann ziemlich schmerzhaft sein
und so mauert er sich ein!

Hier ’ne Grenzen, da ’ne Schranke,
grenzenlos ist der Gedanke,
denkst du dir – so könnt es sein –
fällst du auf dein Ego rein!

Hoffen, bangen und vertrauen,
Grenzen öffnen, neue bauen!
Grenzenlos wird ausgenutzt,
das Vertrauen eingestutzt!

Deine Grenzen zu benennen
lässt uns deinen Geist erkennen,
den gilt es zu akzeptieren,
mit Respekt kann man agieren!

© Sigrid Hartmann

Grenzenlose Stille

Ich spüre eine Sehnsucht in mir,
doch weiß ich nicht, wonach ich mich eigentlich sehne,
so suche ich in meinem inneren Raum nach Illusionen.

Ich begebe mich hinaus und gehe mit der Natur in Berührung.
Meine Gedanken beginnen zu flirren und zu kreisen.
Um mich herum nur grenzenlose Stille und Schweigen.

Über mir ziehen Wolken lautlos vorbei,
ihnen sind Grenzen einerlei,
sie kennen weder Zeit noch Ewigkeit.

© Angélique Duvier

Grenzen

Kommt … wir geben uns die Hand ...
Und los … wir ziehen was an Land,
Gemeinsam rennen wir Mauern ein,
Es muss noch was dahinter sein.
Lasst uns sehen, was es ist,
Bevor die Neugier uns zerfrisst,
Wir werden Grenzen überschreiten,
Wie wir es taten zu allen Zeiten.
Vorwärts, weiter, nur nicht stehen,
Lasst uns heut nach morgen sehen,
Morgen ist doch gestern heute,
Lasst uns spüren nach der Beute,
Der Beute, die uns weiterbringt,
Wenn sie zu fangen uns gelingt,
Wird die nächste Mauer fallen
Und in den Ohren wird uns hallen
… vorwärts, weiter, nur nicht stehen,
Lasst uns heut nach morgen sehen …

© Michael Dahm

Grenzen

Auf der Rückseite des Mondes,
inmitten staubigen Gesteins –
sprießt bald stolz, was neu berauscht:
ein Rebstock erdigechten Weins.

Keine Latte hoch genug,
um uns dauerhaft zu stoppen.
Welches Opfer auch vonnöten,
es gilt jeden Quark zu toppen.

Nahen Tages, unbestritten,
fühlt der Rote sich gemeint …
Wenn an seiner Klingel Menschen
Einlass fordern, bis er greint.

Grenzen locken, fordern, stehen,
ohne sich selbst zu begründen.
Ständig sind wir angefasster,
um UNS endlich zu ergründen.

© Ralf Risse

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Interne Verweise

Kommentare

16. Feb 2019

Lieber Axel, liebe noé, liebe Sigrid, liebe Angélique, lieber Ralf, lieber Alf, lieber Michael – das Thema Eurer Februargedichte „Grenzen“ – ist das zentrale Thema im Leben von uns allen. „Gemeinsam rennen wir Mauern ein, es muss noch was dahinter sein,“ ich bin angetan von jedem einzelnen der wirklich sehr guten Gedichte und danke Euch dafür.

LG Marie

15. Feb 2019

Liebe Marie, vielen Dank für Deinen Kommentar!
Ja, das Thema bleibt zentral - wie wahr ...

LG Axel

16. Feb 2019

Liebe Marie, hinter der Grenze lauern auch noch Alf und Michael ...
;o)))))
Danke (trotzdem) für deine Worte!
Und dein LIKE natürlich!

16. Feb 2019

Eure Gedichte haben mich sehr beeindruckt und zu einem spontanen eigenen Gedicht über MEINE Grenzen inspiriert, das ich mit lieben Grüßen an Euch alle einstelle ...

Marie