Mai-Monatsgedicht der Künstlergruppe 14 Zoll: „Wasser“

von Axel C. Englert
Mitglied, Moderator

Wasser marsch!

Ich seh in deine Wasser-blauen Augen –
kann ich vorbehaltlos trauen?
Was kann mir hier auf Erden taugen?
Was wird sich noch zusammenbrauen?

Stille Wasser – sind sie denn wirklich tief?
Es sind so viele, in der Absicht still,
daß man Geister übersieht, die man so rief.
Das ist zu viel für mein Gefühl …

Ja, Wasser ist das reine Lebenselement!
Darüber lässt sich eben gar nicht streiten!
Überlasst es nicht dem Management
des Bösen, in den schweren Zeiten!

Die „Schweres Wasser“ haben, sind
Verbrecher, die von ihrer Macht besessen
und von solchen Möglichkeiten blind,
die Menschen haben, die darauf versessen.

Das Wasser sei uns Quelle: Reinlichkeit
und Stoff, auf den das Überleben gründet!,
nicht Anlass für die Gier der Peinlichkeit,
die nur ein Dämon für sich passend findet!

© Alf Glocker

Wasser MARSCH?!

Heiliger Neptun! Sei mir gnädig!
Wir sind doch nicht in KLEIN-VENEDIG?!
Freilich scheint‘s bei MIR weit nasser:
Die Überflutung zeigt sich krasser ...

WER sind SIE?! Mein BADEWASSER?!
ICH bin der NASSE-BÖDEN-HASSER!
Bleiben Sie brav in der WANNE!
Oder in meiner Kaffee-Kanne ...

Lassen Sie SOFORT Ihr Gewimmer –
Wie – ICH LASS SIE LAUFEN – immer?!
(Diese BLAMAGE! Ein Taxi bestellt –
Augenblick – grad hat‘s geschellt ...)

© Axel C. Englert

WASSER

Wer sich mit Wein auskennt, ist „Sommelier".
„Barista" ist das Gleiche – für Kaffee.
Und neuerdings, man glaubt es wirklich nicht,
ist „Aqualier" jetzt der, von dem man spricht!

Im Trend liegt, Wasser reich zu konsumiern.
Von „still" bis „prickelnd" – also kein Grund zum Geniern.
„Ich möcht ein Wasser" ist nun einfach „out"!
Die Unterschiede sind's, auf die man baut!

„Ein Wasser? Gern! – Nur, welches Terroir?
Woher es stammt ist wichtig, nicht?" – „Na klar!"
„Möchten Sie Natrium im Abgang? ... Fluor?"
„Äh ... Öh ... Ich weiß nicht." (Das ist dümmlich nur!)

„Manch Wasser geht durch einen tiefen Stein ..."
„Ja, das klingt gut. So sollte es wohl sein."
„Wie schön. Wie wäre dies, mit Calcium?"
„Äh, ja, ... klingt toll. Das nehm ich – bin nicht dumm."

„Ich seh, Sie kennen sich mit Wasser aus ..."
„Ja! Selbstverständlich! Hab es ja im Haus!"
(Im Grunde hab ich Durst – wie primitiv!)
„Ihr Wasser – hier – das durch zwölf Schichten lief!"

Zutiefst beeindruckt trinke ich ganz schnell
sogleich das teure Wasser, auf der Stell.
Doch zukünftig werd ich sehr sparsam sein:
Was unser Wasserwerk so liefert? – Fein!

(c) Corinna Herntier

Wasser - Lebenselixier
 
Vom Himmel fällt’s in feinen Tropfen
Die leise an die Fenster klopfen
Es hüllt die Welt in Silberschleier
Füllt ruhig und still den tiefen Weiher
 
Es flüstert, murmelt zwischen Steinen
Im kleinen Bach, in dunklen Hainen
Es saust und braust, stürzt sich vom Fels
Ist Lebensraum für Krebs und Wels
 
Ist Lebensraum für manches Tier
Ist ebenso ein Teil von dir
Es liegt gefroren auf den Gipfeln
Ist weißes Kleid auf Baumeswipfeln
 
Wirft sich in Wellen an den Strand
Zermahlt den Stein zu feinem Sand
Ist wild, doch Lebenselixier
Ohn’ Wasser gäb’s kein Leben hier
 
Auf unserer Erde, blau und schön
Aus hohem Himmel kann man's sehn
Kostbares Gut, Teil dieser Welt
Die nicht der Mensch in Händen hält!

© Sigrid Hartmann

Vertrauen wagen

Vertrauen ist die Glaubensbrücke,
die über tiefste Wasser führt.
Vertrauensvoll sind deine Blicke,
was mich im Innersten berührt.
Wär das Vertrauen nicht gegeben,
wir lägen meilenweit daneben.

Vertrauen meistert Turbulenzen,
von Stimmungsstürmen aufgewühlt.
Es zeigt dem Zweifel seine Grenzen,
der manchem übel mitgespielt.
Vertrauen ist der stille Hafen,
da Zornesboote ruhig schlafen.

Selbst, wenn Gefühle widerstreiten,
von „bös gelinkt“ und gar „betrogen“
bis „treu geliebt“, die wie Gezeiten
wohl jeden Lebensstrom durchzogen,
dann sollte man Vertrauen wagen,
nicht alles tödlich hinterfragen.

© noé/2019

Evergreen

Dich gibt es nur unverdünnt.
Alles endet und beginnt …
Du hast immer Weg und Ziel,
mal zu wenig, mal zu viel …
Aber niemals geht verloren,
woraus jedes Sein geboren.
Kannst verdunsten und berauschen.
Gegen was bist du zu tauschen?
Ob als Tropfen oder Meer,
DU bist echt – sogar in schwer.
Blumen selbst bei Frost erblühen,
Anmut ohne Gischt versprühen.
Tropfst aus unterkühlter Nase,
gammelst in der Blumenvase.
Wolken ziehen um die Erde,
Deine Seele wird zur Herde …
Milliardenfach fällt Regenreigen,
nur, um wieder aufzusteigen …

Ohne dich nur staubig Nichts,
tot und trocken, niemand ficht‘s
jedoch abhanden wirklich an …

Mit DIR das Spiel – die Zeit begann.

© Ralf Risse

Allein am Meer

Tiefblau das Wasser,
hell glänzt der Strand,
da fliegt ein Vogel
auf meine Hand.

Ich schaue mich um
und staune, staune ...
Kein Mensch, keine Wolke
hebt meine Laune.

Du blauer Himmel,
hast Wolken verschoben,
sag mir, mein Vater,
lachst du dort droben?

© Angélique Duvier

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