Rückblick

von Jürgen Wagner
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Was hab ich nicht alles gelesen an Texten,
den Gott geliebt und auch meinen Nächsten,
geschuftet, gebetet, gestrebt und gerungen
und immer mein eigenes Lied auch gesungen

So langsam begann ich die Briefe zu lesen,
die längst schon geschrieben und da gewesen
in Bäumen und Winden, in Flüssen und Seen,
in Tieren und Menschen, in Feuer und Feen

Was ich so gelesen zwischen den Zeilen,
von großem Drang und vielerlei Leiden,
da wurde mir kostbar der Frieden hier
Das Lassen, ein Tor zur mir und dir

2017

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Kommentare

Adelheid
15. Sep 2017

Ein bewegendes, schönes Gedicht - danke!

Doch dein Leben geht doch noch weiter!
Und will nicht auch der Gegenpol des Lassens immer wieder gelebt werden - oder?

Mit Abendgrüßen!
Adelheid

16. Sep 2017

Danke! Es ist eine Rückschau auf das eigene Leben, aber nicht angesichts desTodes. Frieden zu finden ist kein Endpunkt, vielleicht eher ein Anfang. Der Gegenpol des Lassens, das Ergreifen und Fassen, Angehen und Verändern bleibt immer wichtig, das sehe ich genauso. Einen gutes Wochenende! JW