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Der letzte Stich

Bild von Alf Glocker
Bibliothek

Leuchtend weisen Spinnennetze
auf den kühlen Herbst, den nahen,
verweben die Naturgesetze
um das Ende zu bejahen …

Nebel hängen in den Zweigen,
wo zur Nacht die Sterne standen –
wollen uns, durch Schleier, zeigen,
wo wir alle einmal landen:

In den Zonen des Vergessens,
die so haltlos sind wie Räusche,
und im Rahmen des Ermessens
beten wir: „O Gott, enttäusche …

unsere armen Seelen nicht!“
Doch wir wandeln aus dem Licht,
hinein in Räume ohne Mauern –
wo wir die Lebenden betrauern!

Doch wunderbare Netze hüllen
uns in diesem Frieden ein …
Lasst uns unsere Sehnsucht stillen:
Leben heißt nicht da zu sein!

Leben heißt, im Fall, in Schnüren,
nachzudenken „Wer ist Ich?“
und dabei die Kraft zu spüren –
im Werden, Zeugen, letztem Stich!

Veröffentlicht / Quelle: 
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Kommentare

15. Sep 2019

Fein gewebt - auch Dein Gedicht,
Das hier ebenfalls besticht ...

LG Axel

15. Sep 2019

Gefällt mir RICHTIG GUT, Alf!

Liebe Grüße
Soléa

15. Sep 2019

Lieber Alf,
an deinen Gedichten erkenne ich neidlos an,
dass ich ein Autor bin. Mehr nicht. Deine Stimme hat Gewicht!
HG Olaf

17. Sep 2019

Ich bedanke mich vielmals!!

Liebe Grüße
Alf