Bei einer Tasse Kaffee

Bild von Claudia Willmes
Mitglied

So sitze ich
in meiner Stube,
mit einer Tasse heißen Kaffee,
und gaff vor mich hin.
Das Kinn gestützt in eine Hand,
verdrossen starre ich
gegen weißgetünchte Wand,
vergieße ein paar Tränen.
Mag nicht erwähnen,
dass allen Mut ich verlor,
dass ich dich erkor,
für mein Glück
verantwortlich zu sein.
Doch beschämt hock ich nun hier,
denn du sagtest mir,
dass du mich nicht lieben kannst.
Drum verschanz ich mich
in meinen vier Wänden,
umklammere fest
mit beiden Händen,
die warme Tasse Kaffee,
denn mein Halt
braucht Gestalt.
Höre dem Regen zu,
sein rhythmisches Prasseln
schenkt mir die innere Ruh.
Weiß ich doch
ich bin bereit
dir zu verzeihn,
ganz sonderbar,
denn eine Sache wird mir klar,
das Glück liegt nur
in mir allein!
Ich verlache den Regen,
nehm an ihn
als Segen,
trink einen Schluck
vom heißen Kaffee.

(c) Clou Dy 2017

Rezitation:

Rezitation: Sprecher: Walter Zeis

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Kommentare

17. Jun 2017

Dein heißer Kaffee, erinnert mich an "Brusttee" .

Liebe Grüße
Soléa

18. Jun 2017

Hallo Soléa,
meinst du das, weil Brusttee so befreiend wirkt?
Nun ja, hätte ich statt Kaffee, das Wort "Brusttee" gewählt, hätte das im Gedicht nicht ganz so gut geklungen, ansonsten passt der Vergleich sicher gut! ;-) Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag Abend.
LG Claudia

19. Jun 2017

Hallo Claudia,
Du hast alles gut und sehr schön geschrieben. Ich hätte besser schreiben sollen "es fühlt sich an wie ein Arm voll Brusttee".... wohltuend und wohlfühlend.
Liebe Grüße und eine gute Woche
Soléa