Frühlingssonne

von Annelie Kelch
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Gestern lief mir der Frühling übern Weg,
spinatgrün leuchtete sein Haar …
und ich erkannte auf den ersten Blick,
dass er - nur er - es war.

Sein Auge funkelte gar wild,
er trug, von buntem Schottenmuster, einen Kilt;
ein Kranz aus Champignons und
Blumenkohl schmückte den Hals bizarr.

„Weshalb geizt du mit Wärme hier auf Erden?“,
sprach ich ihn mutig an.
„Ach bitte, lass es endlich richtig Frühling werden,
sei wieder gut und ein gerechter Mann!“

Der Frühling zog ein trauriges Gesicht
und deutete ins Himmelsgrau.
„Es liegt an ihr“, erklärte er, „der lieben Sonnenfrau;
die Luftverschmutzung und der Smog
machen ihr bös zu schaffen.
Sie hat die Nase voll - von Menschen und en vogue,
wird sterben bald - verpaffen.“

Da fiel ein heller Sonnenstrahl auf mein Gesicht.
Ich sagte: „Meister Frühling, glauben 'S nicht,
dass Sie arg übertreiben?
Ich schreibe heut' noch ein Gedicht:
Ach, liebe Sonne, lass uns nicht im Stich,
sollst immer, immer bleiben.“

Feuchte Frühlingshürden; Foto: Annelie Kelch - Innenstadt Lübeck
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Kommentare

17. Mai 2017

(D)Ein Gedicht - wie ein Appell:
Sonnen-Strahlen machen hell!
(Dank Krause hatte ich schon mal
Tiefkühl-Spinat am Kopf - die ist brutal ...)

LG Axel

17. Mai 2017

Dank, Axel, dir, für deinen netten Kommentar.
Spinat am Kopf ist wahrlich eine Schweinerei.
Und die Moral von der Geschichte ist dann wohl:
Kauf statt Spinat beim nächsten Mal doch besser Rosenkohl.

Liebe Grüße - an Krause heute nicht -,
Annelie

18. Mai 2017

Es ist ein Drama, liebe Annelie. Aber ein wirklich schönes!!!
Liebe Grüße in Deinen frühen Abend
Soléa

18. Mai 2017

Ich danke dir, liebe Soléa. Jetzt scheint der Frühling auch hier in Lübeck angekommen zu sein. Die kleinen Kinder plantschen schon barfuß durch die Quellen und amüsieren sich dabei köstlich.

Liebe Grüße,
Annelie