Janusköpfiger Ruhm

von Monika Laakes
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Ist Ruhm ein subtiles Ungeheuer?
Sein Glanz betört, strahlt weit hinaus.
Sein Lockruf klingt nach Abenteuer.

Du rennst ihm hinterher.
Sein Wesen macht begehrlich,
du liebst ihn umso mehr.

Er lässt sich nicht erfassen
und hält sich von dir fern.
Du fühlst dich arg verlassen.

So zieht dein Leben weiter,
der Frust macht dich besessen.
Fühlst dich als Außenseiter.

Doch unverhofft reicht er die Hand,
reißt dich empor zum Höhenflug.
Er bringt dich glatt um den Verstand.

Du schwebst hoch oben über allen,
der Glücksrausch lässt dich trudeln.
Der Virus Ruhm hat dich befallen.

So willst du den VerehrerInnen dienen,
du breitest beide Arme aus.
Vergisst, sie sind die HerrscherInnen.

Und sei dir dessen nun gewiss,
wenn du versagst, dann stürzt du ab.
Verfällst du dann in Bitternis?

Drum sei bei dir in solchen Stunden,
für alles zahlst du einen Preis.
Nur wer das akzeptiert, der kann gesunden.

18.01.18

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Kommentare

18. Jan 2018

Wie wahr, liebe Monika, und wunderbar in Worte gefasst.
Die Schwankungen des Selbst-Bewusstseins, das wir alle kennen,
und am Schluss der erlösende Satz - ."nur wer das akzeptiert, der kann gesunden".

Liebe Grüße in den Abend - Marie

19. Jan 2018

Danke, liebe Marie, Du hast es so gut erkannt und somit auf den Punkt gebracht.

Liebe Grüße in den sturmfreien Morgen,
Monika

18. Jan 2018

Keine Bitternis: Dein Text
Stark nach beiden Seiten wächst!
(Krause verzichtet gern aufs "H" -
Hauptsache, ihr Rum bleibt da ...)

LG Axel

19. Jan 2018

Dir gilt mein Dankeschön, lieber Axel. Jedoch Frau Krause gelingt es stets, mich zum Schmunzeln zu bringen. Wie gut, dass es sie gibt.

Liebe Grüße in einen freundlichen Morgen,
Monika

18. Jan 2018

Liebe Moni, irgendjemand hat mal in etwa gesagt, am wichtigsten sei, dass man vor sich selber besteht. - Oft entsteht mit dem Ruhm auch Selbstverleugnung. - Selbstüberschätzung und Selbstbeweihräucherung sind ebenfalls Auswüchse des Ruhms. "Auf dem Teppich" bleiben meistens die Fleißigen, jene, die für ihren "Ruhm" kämpfen bzw. hart arbeiten müssen. Ein super Gedicht.

Liebe Grüße zu Dir und Khalessi,
Annelie

19. Jan 2018

Dein Fazit bringt einen Sonnenstrahl in mein Gemüt, liebe Annelie. Dafür ein fettes MERCI! Wenn es all überall die Fleißigen wären... Wie friedvoll könnte die Welt sein. Sorry, diese Gedanken hüpften spontan in mein Hirn und sofort zur Tastatur des Computers.

Liebe Grüße in einen friedvollen Tag hinein,
Monika + Khalessi

19. Jan 2018

Ja, liebe Sabrina, Dein Kommentar erweitert und bereichert. So ist es. Auch ich bekam den Impuls für das Gedicht über einen Zeitungsartikel. Erst krankt die Seele, dann spricht der Körper auf unangenehme Art. All das ist sicherlich nachvollziehbar und ein Lernprozess. Eine Chance!

Liebe Grüße in den beruhigten Morgen,
Monika