Mit offenen Augen

von Soléa P.
Mitglied

Ob schrullige Tante und klappriger Onkel
Oma, Opa, Mutter und Vater
eure Erzählungen sind keine Floskeln
klärt uns auf, ohne Zeter und Hader!

Ihr habt gesehen, ihr habt erlebt
was wir vielleicht erst sehen werden
vor Angst und Pein ... euer Leib hat gebebt
die Machtkämpfe sind schon längst am gären.

Sagt uns alles ganz genau
und spart bloß nicht an Klarheit
war dieses Elend noch so rau
die Augen öffnet ihr nur durch Wahrheit.

Die Jugend, wir und du und ich
sperrt eure Ohren ganz weit auf
außer Not und Trauer bleibt nichts unterm Strich
mit Herz und Verstand unsern Alten lauscht.

Sie denken erfahren, reden weise
sind wie wir, nur eben alt
mahnen und appellieren an uns leise
haltet euch zurück vor Gier und Gewalt ...

Quelle: Pixapay, verändert durch mich.
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Interne Verweise

Kommentare

18. Sep 2017

Oft kann man Fehler sich ersparen:
Sie wiederholen sich - nach Jahren ...

LG Axel

18. Sep 2017

So sieht es leider tatsächlich aus
man lernt einfach zu wenig daraus.

Liebe Grüße
Soléa

18. Sep 2017

Liebe Soléa, das ist zweifellos ein gutes Gedicht. Ich wünschte, alle alten Leute wären so fit und gerecht, die Wahrheit zu berichten. Aber jede(r) hat seine eigene Wahrheit. Es gibt immer noch alte Menschen, die es toll finden, dass es Hitler gab, der Autobahnen gebaut hat etc. Meine Eltern haben mir gottlob die Wahrheit berichtet, wie die jüdische Bevölkerung gemobbt und bis zum Tod tyrannisiert wurde. Es muss schrecklich gewesen sein. Auch heute noch gibt es solche Mobber. Ich habe es am eigenen Leib erfahren. Und jemand, der mit einer "Kippa" (jüd. Kopfbedeckung) durch Berlin spaziert, hat sehr, sehr viel Mut. Meine Eltern haben mich aber auch immer vor "Proleten", was auch immer sie damit gemeint haben, wahrscheinlich primitive Stänker, die sich überall einmischen, gewarnt. Und sie haben Recht gehabt! - Arbeiter und Proleten waren für sie nicht ein und dasselbe. Meine Eltern hatten Respekt vor schwer arbeitenden Menschen, vor Mobbern und Stänkern nicht. Mit solchem Pack wollten sie nichts zu tun haben. Sie haben stets SPD gewählt, ich später die CDU, weil Willy Brandt, der für mich ein sehr guter Politiker war, meiner Meinung nach nicht allein die SPD repräsentiert hat. Längst nicht alle Leute, die SPD wählen, sind mir geheuer - im Gegenteil, dann oft noch eher die Linken - sind zum Teil sogar intelligenter.

Liebe Grüße,
Annelie

18. Sep 2017

Das stimmt, jeder hat seine eigene Wahrheit, liebe Annelie. Darum macht es Sinn sich viele verschiedene davon anzuhören und das als tatsächlich anzusehen, was von allen gleich geschildert wurde oder wird.
Den Wahrheiten, denen ich diesbezüglich geglaubt habe, waren die von meinen Eltern und Großeltern …! Die Politik ist für mich schon länger nicht mehr ehrlich und auch allgemein scheint es mit der Ehrlichkeit nicht weit her….

Liebe Grüße in deinen Abend
Soléa

18. Sep 2017

Liebe Soléa, was den Holocaust betrifft, gibt es nur eine Wahrheit. Alles andere ist Herumgeschwafel, wie schön doch damals alles ... und dann der Zusammenhalt, Deutscher Mädchenbund, das Marschieren - sind in meinen Augen nur dummes Geschwafel. Meine Oma schwärmte für den Kaiser (ich glaube, Wilhelm II). Auch das fand und finde ich immer noch nicht so toll. Meine Mutter bekam immer Angst, wenn die Nazis durch die Straßen Stettins marschierten. Sie hat dann immer gemacht, dass sie möglichst weit weg war von allem. Hitler konnte sie von Anfang an nicht leiden. Gott sei Dank! Manche Weiber haben ja sogar für den geschwärmt ... allein schon diese Stimme war doch zum Kotzen.

Liebe Grüße zu dir nach Frankreich,
Annelie

18. Sep 2017

Uns beide,Liebe Annelie, trennt zwar keine Generation, aber doch ein paar (vielleicht entscheidende) Jahre. Meine Oma und meine Mutter lebten schon immer im Saarland. Von Hitler selbst und seinen Anhängern bekamen sie nur aus dem Radio was mit. Oma musste mit ihren Kindern noch flüchten, später zurück, auch betteln gehen. Nutzgarten und wenig Vieh sicherten danach das Überleben. Genau diese erzählten Zustände von Ängsten und Not prägten mich. Und genau diese Geschichten gab und gebe ich an meine Kinder weiter, mit der Hoffnung und dem Ziel das sie nicht alles für selbstverständlich halten, nicht alles haben müssen und dankbar sind mit dem was sie haben. Und dieses Bewusstsein sollte man allen beibringen oder bessergesagt beigebracht haben, was aber wie es scheint, nicht der Fall ist, oder gelungen ist. Das ist doch schon Traurig.
PS. An Hitler war definitiv ALLES zum Kotzen!!

Herzliche Grüße
Soléa

19. Sep 2017

Da gebe ich dir vollkommen Recht, liebe Soléa: An Hitler was alles zum Kotzen!

Liebe Grüße,
Annelie