Wer weiß

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Im Schlamm der grauen Regenbänder ob Haut an Haut ob Hand in Hand ob Fuß an Fuß so Tag um Jahr was will ich mehr in hohen Räumen selbst vertraut mit dir dabei dein wacher Geist rings um mich her da singt der Bäume Seele gar mit ihren Wurzeln tief verschraubt in mir

die Augen zu und Lust im Kopf die Zeit verliert das Maß so schnell ganz ohne Gier mit sanftem Schall froh ist wer glaubt bald wird es hell und überall auf altem Moos packt nun die Nacht mich fest am Schopf im Schimmern tost der Wasserfall und in Gedanken oft

umschlingst und trägst Du weit sich fühlen beieinander ruh’n stets mit dem Band der Traurigkeit eint uns die Hoffnung nun und unsre Schatten die gestatten Halt der tiefer ist sogar als in den Stunden unsres Glücks und rar so ungewiss was wichtig war ganz unverhofft

die eine Zeit bin ich bereit so ist es gut die alten Eichen wissen viel ich kann ich weiß die stete Spur von Ewigkeit in ihnen ohne Weh und Spiel der Sterne Glut gefunden heiß ein Augenblick verloren gleich für immer denn nichts kehrt zurück es rast die Zeit was bleibt - wer weiß.

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Kommentare

19. Sep 2017

Die Zeit, sie rast - und grad darum
Schaut ja der Mensch sich manchmal um ...

LG Axel

20. Sep 2017

Danke, Axel.
Und manchmal bleibt der Mensch auch steh’n,
um sich sein Leben anzuseh’n …

LG - Marie

19. Sep 2017

"... da singt der Bäume Seele gar mit ihren Wurzeln tief verschraubt in mir." Das ist schön Marie. Ich stelle mir das vor, wie es wäre und wodurch es geschehen könnte. Was du geschrieben hast, ist meiner Meinung nach "gehobener Poetry-Slam". Gibt es bereits den "Klassischen Poetry-Slam?" Dann wärst du Weltmeister darin. - "und überall auf altem Moos ... " ist einfach super. Ich kopiere es mir zu meinen schönsten Gedichten.

Liebe Grüße,
Annelie

20. Sep 2017

Danke, liebe Annelie, für dieses schöne Kompliment. Gehobener Poetry-Slam klingt gut, ich versuche, meine Texte in einem bestimmten Rhythmus zu schreiben, damit es fließt, wenn ich sie mir selbst vorlese; ich bin ein Fan von Slampoetry, die sich auch bei uns verbreitet hat, die deutschsprachige Slam-Szene gilt als die zweitgrößte weltweit.

Liebe Grüße nach Lübeck - Marie

19. Sep 2017

Dein Gedicht, liebe Marie, ein dicht gewebter Teppich, so farb- und bildreich gewebt, lässt mich schwelgen bis ich die Melodie höre, ohne Punkt und Komma.... klingt der Rhythmus noch aus einer fernen Zeit und doch zeitlos im Augenblick! Sehr gelungen!

Nachsinnend grüßt dich

Barbara

20. Sep 2017

Vielen Dank, liebe Barbara, ein dicht gewebter Teppich, das freut mich, ich grüße dich herzlich zurück.

Marie

20. Sep 2017

Eintauchen in den Seelengesang der Bäume, sich vom Schwingen der Töne tragen lassen, ein Lesegenuss, der bleibt. Ein Gedicht, das besticht.

LG Monika

20. Sep 2017

Liebe Monika - der Seelengesang der Bäume, den das Schwingen der Töne trägt - ich leses meinen Text ganz neu - aus deiner Sicht betrachtet. Danke dafür.

Liebe Grüße - Marie

20. Sep 2017

Im Schlamm der grauen Regenbänder,
im Hinblick auf ein Brückengeländer,
umschlingt den Schutz, den man ersehnt,
sobald man sich dagegen lehnt !
Ein Lebensmotto par Exellance,
eine wirklich ersehnte Nonchalance !

Lg
ALFRED

20. Sep 2017

„was bleibt - wer weiß“ – wer weiß - was bleibt…
das Leben seine Spielchen treibt
und nur die Seele treu mit uns reist…!

Liebe Grüße in deinen Abend
Soléa

20. Sep 2017

Danke, liebe Soléa, für den sinnreichen Reim
und - liebe Grüße zurück in deinen inzwischen
späten Abend. Marie