im Morgengrau, am großen Meer

von marie mehrfeld
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im Morgengrau, am großen Meer,
der Himmel fast schon sternenleer,
ein leises Rot, mit Gold vermischt,
steigt zärtlich lächelnd aus der Gischt,

fühl mich bereit, von Schmerz befreit,
der frühen Sonne erste Glut erfüllt mein Ich,
belebt mein Blut, vor fern hör ich im Schweigen

das Singen alter Geigen,
lausche gebannt den Perlenfugen,
die jubelnd mich durchs Leben trugen,
das junge Licht zählt Stunden nicht,

es schwingt so hell in mir, so rein,
der Strahlen Glanz beglückt mein Sein,
ich hab’s erreicht, bin federleicht,
setze behutsam Schritt an Schritt
am leeren Strand,

schreib fremde Worte in den Sand,
die Zeit läuft mit, ich will es wagen
und fühle Mut,
stürze mich blindlings in die Flut,
ganz weit hinaus lass ich mich tragen nun,
dahin, wo wilde Wasser ruh’n,

ich will mich schmiegen,
sie soll’n mich wiegen,
den Groll besiegen,

ich werde still, weil ich es will,
im Sog des tiefen Blaus
lass ich versinken
den Zank um Geld, den Neid,
die Bosheit dieser Welt,
des ganzen Erdballs Leid,

er soll ertrinken,
dass endlich Frieden werde
in mir und auf der Erde

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Kommentare

08. Jul 2018

Wo könnt man besser Ruhe und den Frieden finden als am Meer ...
Marie, ich habe Dein Gedicht genossen; es gefällt mir sehr.
Am Wasser und darin schöpft man ganz neue Kraft und Mut,
es tut ganz einfach allen Sinnen gut.

Liebe Sonntagsgrüße zu Dir,
Annelie

08. Jul 2018

Ach Annelie! Du reimst so gut und machst mit Deinen Worten Mut,
ich danke sehr für liebe Worte und hör von Dir an andrem Orte,
an diesen schönen Sommertagen gibt es nur wenig zu beklagen.

Liebe Grüße zu Dir zurück!
Marie

08. Jul 2018

Nimmt nicht auch Krause
am Samstagabend
manchmal ein Bad,
erfrischend und labend?

LG und danke
Marie

08. Jul 2018

Oh je, wie konnt ' ich das vergessen -
die KRAUSE ist vom Bier besessen ...

LG Marie

08. Jul 2018

Liebe Marie,
ich finde, das ist eine wunderbar im Takt schwingende Wortkavalkade.

Herzliche Grüße
Willi

08. Jul 2018

Lieber Willi, ich grüße Dich herzlich zurück
und freue mich über Deine Worte.

Marie

Detmar Roberts
09. Jul 2018

Eine fließende Wortkavalkade - schreibt Dir "Willi", das trifft es, eine mit besonderen Wortspielen. Aber es ist auch ein schönes Bild vom Sonnenaufgang am wilden Meer und von den Gefühlen, die Dir dazu kommen. Du kippst Deine dunklen Gedanken über den Zustand der Welt ins "tiefe Blau" und hoffst, dass bald Frieden wäre in Dir und in der Welt. Das ist natürlich eine Illusion, und die Meere sind schon verschmutzt genug. Ich verstehe diese Metapher aber, sie hat mit Hoffen zu tun, das wir nie aufgeben dürfen ...
Mit lieben Grüßen D.R.

09. Jul 2018

Detmar, die Art, zu schreiben, liegt mir, und der Zustand der Welt, den wir auch in unserem noch wohlhabenden friedlichen Umfeld beobachten – das Aussterben von Insekten und vielen Tierarten, auch unseren geliebten Singvögeln, nur zum Beispiel, ist auf puren menschlichen Egoismus zurück zu führen, wir ruinieren uns nach und nach selbst, darüber ist genug geschrieben worden, danke für Deine Worte.
Liebe Sommergrüße zu Dir zurück. Marie

09. Jul 2018

Lass Dich treiben, lass einfach los,
segel wie ein weißes Boot.
Delphine sollen Dich begleiten
und Seepferdchen auf Wellen reiten …

Wunderschön, Dein Gedicht, liebe Marie
Sonnige Grüße
Soléa

09. Jul 2018

Liebe Soléa, danke für das wunderschöne Rückgedicht, ich grüße Dich herzlich zurück in einen neuen Sommersonnentag ...

Marie

09. Jul 2018

Mut zu finden in Perlenfugen
Zu spenden mit klingenden Geigen
Auch alten und uns zu zeigen
Wie durchs Leben trägt uns Gischt
Verwischt in ihren Gezeiten
Boshaftigkeit und Leiden
Zu neuer Hoffnung klarer Sicht
Da weist den Weg uns dein Gedicht!

LG Yvonne