Blind ...

von Annelie Kelch
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Im rauen Atem der Nacht
liegt das Dunkel, das uns
beschattet – geliebt von
den Sternen: Es lässt sie
strahlen und funkeln ...
Vom Tod gepriesen; so bleibt
uns sein Angesicht fremd.

Dein Schatten, sobald
er erwacht ist, geht
durchs Zimmer und
füllt die Krüge mit Licht.

Mit Licht füllt die Sonne
den Tag – auch ihr Reich
wird einmal vergehen.

Der ohne Sonne leben muss,
hat stets die Nacht vor Augen.
Und doch ist es möglich,
dass er mehr sieht als wir.

Copyright: Annelie Kelch; Foto: pixabay
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Kommentare

20. Feb 2018

Das Licht in unseren Herzen ist noch wichtiger als draußen Sonne ...
Ich zünd 's mir jeden Morgen an und warte - auf den Frühling ...
Man sagt, er spiele bereits mit dem Wasser in der Regentonne.

LG Annelie

21. Feb 2018

Oh, ich glaube, Du bist der Erste, der hier je ein Gedicht von mir geteilt hat. Danke, lieber Alf.

LG Annelie

21. Feb 2018

Und so sieht die Nacht durchs eigene Auge
bis tief in die Herzen hinein und
hört dort auf zu sein
verwandelt sich im goldenen Schein
dessen, was nur mit dem Herzen zu sehen bleibt...

LG Yvonne

21. Feb 2018

"Nur mit dem Herzen sieht man gut ..."
Yvonnes Vers - wie gut der tut!
Das Aug der Nacht schaut in die Herzen
und auf die Reis' gehn alle Schmerzen.

Vielen Dank und liebe Grüße,
Annelie

22. Feb 2018

Liebe Annelie, den Blick ins eigene Licht
beschreibt Du so herzenswarm. Ja,
so schließe ich die Augen und genieße Dein Gedicht.

Sonnige Grüße,
Monika + Khalessi

22. Feb 2018

Dank, Moni, Dir, für deinen Kommentar.
Schließ ruhig die Augen und genieße eine Weile,
schreib dann Dein eigenes Gedicht dazu in Ruh;
es hat ja keine Eile.

Genießerische Grüße zu Dir und Khalessi,
Annelie

22. Feb 2018

Ausgeborgt bei

Antoine de Saint-Exupéry &
Rainer Maria Rilke

Weil es so schön passte
;) - LG Yvonne

22. Feb 2018

Bei beiden kann man borgen - ohne Ende.
Es stapeln sich bei mir zu Haus die Bände. (( ; )))

LG Annelie

22. Feb 2018

Bei beiden kann man borgen - ohne Ende.
Es stapeln sich bei mir zu Haus die Bände. (( ; )))

LG Annelie

24. Feb 2018

"Der ohne Sonne leben muss,
hat stets die Nacht vor Augen."
Ein Satz, so tief-gründig und wahr
wie dieses Gedicht, liebe Annelie.

LG Marie

25. Feb 2018

Dank, lieb' Marie, für jene Fürsprach Deines Kommentars ...
Der "Hörspielpreis der Kriegsblinden" gab Anlass zum Gedicht;
er wird ja immer noch vergeben - Frau Ingeborg (Bachmann)
und Herr Günter Eich - sie brachten sehr viel Licht
ins Leben derer, denen es an Sonnenschein gebricht.
Ich muss oft an die beiden denken,
die Blinden soviel Gutes konnten schenken.

I. Bachmann und G. Eich haben (u.a.) den Hörspielpreis der Kriegsblinden erhalten.
Davor habe ich großen Respekt. Sehr lesenswert, sofern Du das Buch nicht eh kennst:
"Vor den Linien der Wirklichkeit" von Ingeborg Bachmann (Radioessays u.a.
in Bezug auf Musil, Simone Weil, Proust und Wittgenstein).

Liebe Grüße und einen schönen Sonntagabend,
Annelie