Mir zuckt nicht mal die Wimper mehr ...

von Annelie Kelch
Mitglied

Der Weg, der längst vergangen, steht im Wege mir,
Unter Ruinen rosten Brunnen, darin meine Liebe rauscht.
Erröten wird das Ohr dir, wenn du ihren Worten lauscht:
Ich stell die Weichen für den Schicksalszug zu dir.

Was du auch sagst, entgleisen werden nimmer meine Züge:
So selbstbeherrscht war nicht mal Blücher, Feldmarschall!
Du bist das Liebste mir, mein Gott, mein heil'ger Gral,
Mir zuckt nicht mal die Wimper mehr bei deiner größten Lüge.

Selbst wenn der Wind die Krähenschatten tiefer treibt,
Dein Leib schon Angst vorm Sterben hat, vorm Leben ...
Rettet die Liebe uns, die ewig mir im Herzen bleibt.

Was für ein Glanz, wenn sacht des Tages Puls sich regt
Und was die Nacht mir vorenthielt, erneut Gestalt annimmt:
Dein Wort, das mir ins Auge fällt – und jede Lüge widerlegt.

Rechtshinweis:
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich oder durch Copyright geschützt und darf ohne Genehmigung nicht verwendet werden.

Interne Verweise

Kommentare

20. Okt 2018

Und wieder, keinesfalls enttäuscht,
Im Gegenteil, ich bin berauscht.
Die Verse: Bilder, ein Genuss
Die man gelesen haben muss :)
Hab Dank für kunstvoll Poesie
Und meine Seele schwebt, wie nie!

Lieben Gruß,
Ella

20. Okt 2018

Vielen Dank, liebe Ella, für diesen schönen lyrischen Gedichtkommentar, über den ich mich sehr gefreut habe.

Ich wünsche Dir ein wunderschönes Wochenende
mit viel Sonnenschein ...
Liebe Grüße,
Annelie

20. Okt 2018

Über die Liebe, liebe Annelie, hab ich in Deinem Werk gelesen; viellt über vergangene oder unerfülllte, aber auch über gelebte Liebe." Ich stell die Weichen für den Schicksalszug zu dir" , ja, manches im Leben muß geschehen. Ein lieber Gruß von Ingeborg

20. Okt 2018

Liebe Ingeborg, herzlichen Dank für Deinen Kommentar.
Es gibt im Leben ja so manche Liebe ...
Doch was vergangen ist, soll man nicht halten.
Die Liebe kann man nicht verwalten,
sie ist zerbrechlich und das Schönste
hier im Weltgetriebe.

Ganz liebe Grüße zu Dir und ein
wunderschönes Wochenende,
Annelie

20. Okt 2018

Ach Annelie,
du bist ein Gute, wirklich Gute . . .
und eine bewundernswerte Poetin

ulli

20. Okt 2018

Danke für Deinen "guten" Kommentar, lieber Ulli.

Ich wünsch Dir einen schönen Samstagabend
und einen noch schöneren Sonntag.

LG Annelie

21. Okt 2018

"Und was die Nacht mir vorenthielt, erneut Gestalt annimmt" - das erhoffe ich mir auch, danke für Dein sehr gutes Gedicht, liebe Annelie, genieße den wohl wrklich letzten sonnigen Herbstsonntag dieses Jahres ...

Marie

21. Okt 2018

Liebe Marie, Dank sag ich Dir ganz lieb für Deinen freundlichen Kommentar. Du hast es gewiss bemerkt: Das Gedicht wäre fast ein Sonett vom Pertrarca-Typ geworden, sofern ich das Reimschema eingehalten hätte: a b b a - a b b a, das bei mir im ersten und zweiten Vers variiert. Das war keine Absicht, sondern ich habe dieses besondere Reimschema, das es beim Shakespeare-Typ n i c h t gibt, aus Schusseligkeit hier nicht eingehalten. Beim nächsten Sonett werde ich darauf achten. Nun ist es ein Mischlings-Gedicht geworden. Genießen kann ich heute nicht wirklich, schreibe einen Prosatext für einen Literaturwettbewerb und hab auch sonst sehr viel zu schreiben. Mit zwischendurch Yoga und viel Obst halte ich dieses Pensum, das an manchen Tagen eine Vollbeschäftigung bei Gericht oder Anwalt weit übersteigt, einigermaßen durch - und selbstverständlich mit Pausen, die ich dann einlege, wenn ich sie brauche.

Liebe Grüße zu Dir, Marie, und genieße DU wenigstens den wahrscheinlich letzten aller sonnigen Herbsttage
mit Deiner Frankfurter Rundschau und klassischer Musik,

Annelie

23. Okt 2018

Liebe Annelie, bei meinen leider momentan sehr sporadischen Besuchen hier im Forum habe ich dieses dein wunderbares Gedicht gefunden - zum Glück!

"Selbst wenn der Wind die Krähenschatten tiefer treibt,
Dein Leib schon Angst vorm Sterben hat, vorm Leben ...
Rettet die Liebe uns, die ewig mir im Herzen bleibt."

Das ist wundervoll. Wer so etwas sagen kann ist wahrlich reich und hat bis dato viel erlebt, viel gewonnen, viel verloren , hat zu sich selbst gefunden , dennoch den andren nicht darüber verloren. Wer sowas sagen kann ist ein wahrhaft gereifter Mensch. Hut ab!

Jede Zeile deines Gedichtes bereichert!
Liebe Grüße
Anouk

23. Okt 2018

Liebe Anouk, Dein großes Lob beschämt mich fast. Tatsächlich ist es so, dass mich privat kaum noch etwas erschüttern kann. Vor allen Dingen gehen mir die oft rüden Unzulänglichkeiten einiger Mitmenschen in keiner Weise mehr nahe. Bewahrt habe ich mir auf jeden Fall die Hoffnung, dass fast alle Menschen bald einsehen, dass sie heftig dabei sind, die Erde zu zerstören, lang bevor deren Ende gekommen ist und darüber hinaus durch Nikotin und zu viel Alkohol nicht allein ihr eigenes Leben, sondern auch das anderer Menschen gefährden. Die Aufklärung in dieser Hinsicht ist heutzutage ganz enorm. - Aber davon mal abgesehen, freue ich mich sehr, dass Du die Reise wohl gut überstanden hast. Ich hoffe, dass diese Reise schön war. Deine Kinder haben sich ganz gewiss wahnsinnig gefreut, als Du zurückgekehrt bist. Lieben Dank für Deinen schönen Kommentar, über den ich mich riesig gefreut habe und

ganz liebe Grüße zu Dir,
Annelie

23. Okt 2018

Die Wimper muss nicht zucken
So viel mehr als der Reflex
Spiegelt sich das Leben
Auch die Liebe zum Planeten
Und dem innig nahend fernen Menschen
Ebenso in seinen fermentierten Schwächen
Hier in tiefen Bildern im Gedicht!

LG Yvonne

24. Okt 2018

Yvonne, ich sag Dir tausend Dank für diesen Reim ...
Er mutet an wie eine Strophe, die Gedichte schreibt:
So schön, dass sie den Menschen in Erinnerung bleibt,
von Mannheim über Mindelheim bis Rosenheim.
Ich grüß Dich lieb und wünsch Dir einen schönen Tag
und dass die SchülerInnen lernen - ohne große Plag.

LG Annelie

25. Okt 2018

Hm, dann sollte ich ja mal schauen, ob daraus noch etwas entstehen kann :D.
Im Moment dürfen 'nur' meine Kinder ein bisschen das von mir verordnete "Ferienschulprogramm genießen" ;) -
One hour a day
keeps bad grades away

Vielen lieben Dank für dein Rückgedicht :)!!

Herzliche Grüße Yvonne

26. Okt 2018

Better than an apple a day:
Yvonnes programme,
keeping poor marks away.

Liebe Grüße,
Annelie

25. Okt 2018

Echt.
Echt Annelie.
Ein echtes Gedicht, das seinen Namen wie den deinen verdient!
LG Uwe