Erinnerung an einen lieben Menschen

von Angelika Zädow
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Erinnerungen kramen
in den Schubladen ihres Kopfes
wühlen sich
durch Dinge der Vergangenheit:

die Enkel,
die als Kinder immer Postkarten schickten
der Ostseeurlaub,
von dem sie die kleinen Muscheln mit brachte

der verstorbene Mann,
der stets mit blauem Füllfederhalter schrieb
die Doppelkopfabende mit den Nachbarn,
für die Pfennige gesammelt wurden

die Familienwochenenden,
für die sie ihren Käsekuchen buk,
die Eltern,
deren Stolz der eigene Bauernhof war

ihr erster Verehrer,
mit dem sie so gerne tanzen ging
die Schulzeit,
in der sie meistens Klassenbeste war

Momentaufnahmen des Lebens
schwirren durcheinander,
verbinden sich mit der Gegenwart zu
bizarren Kunstwerken

War nicht vorhin ihr erster Freund
mit dem Hofhund zu Besuch?
Wann kamen endlich die Eltern
zum Kartenspielen?

Richtig lecker war der Käsekuchen,
in dem die Muscheln versteckt waren.
Und so schön die Postkarten,
die ihren Verehrer zeigten.

Was ist richtig, was falsch?
Absurd diese Frage –
es zählt das Jetzt,
dieser Augenblick allein ist die Wahrheit
einen Wimpernschlag lang
und dann wird alles
schon wieder neu

bunt ist das Leben
bis zuletzt

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Kommentare

21. Jan 2018

Liebe Sabrina, ja, das finde ich auch. Interessant für mich wie Wirklichkeit sich subjektiveren kann.
Liebe Grüße Angelika