Rendezvous mit einem Rastlosen

von Annelie Kelch
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Ich stehe im Regen
und warte auf dich ...
Die Stadt ist mir wieder mal total fremd,
in meinem Koffer liegt ein neues Hemd,
das ich in Heikes Boutique für dich erworben,
ich hoffe, du bist nicht inzwischen gestorben.

Ich stehe im Regen
und warte auf dich …
weshalb, weiß ich selber 'nich' -
denkst du denn überhaupt noch an mich,
während du, Stories schreibend, um die Erde düst
und dich nicht die Bohne um mich bemühst?

Selten genug erreicht mich ein Brief von dir,
und deine gemailten Bilder …
stimmen mich keineswegs milder,
im Gegenteil: sie verraten mir,
in welche Gefahren du dich begibst;
zwar schreibst du mir jedes Mal, dass du mich liebst,
aber …

„Du stehst hier im Regen, mein Schatz? -
Stehst hier im Regen und wartest auf mich?!“

„Was glaubst du?
Heute ist Heilige Nacht,
Restaurants und Geschäfte haben zu.“ -

„Pardon, daran habe ich nicht gedacht.
Heute ist tatsächlich Heilige Nacht?
Was hast du mit deinen Haaren gemacht?
Ach, dein Pullover ist ja ganz nass.
Komm schnell, dort drüben ist mein Hotel,
dort essen wir was.
Morgen hab' ich hier noch einen Geschäftstermin,
aber danach fliegen wir zusammen nach …“

„Wien?“

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