ALS DEM LIEBEN GOTT ENDLICH DER KRAGEN PLATZTE

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Und irgendwann sprach Gott, der liebe, zu uns –
nicht im Versmaß,
aber deutlich und entschieden:

„Ja, da habe ich vor einiger Zeit
nach langer und gewissenhafter Überlegung
diesen schönen Planeten hier hingestellt,
habe mich euch zum Bewohnen desselben
erdacht und materialisiert und euch
eine recht brauchbare Lebensfähigkeit eingehaucht.

Habe euch einige gute Worte mitgegeben und Tipps,
wie man so einigermaßen gut durch‘s Dasein kommt
und Fallbeispiele, wie man’s nicht machen sollte.
Das Ergebnis dessen jedoch ließ mir von Anfang an
immer wieder die Haare zu Berge stehen.

Und wenn ich das so sage,
dann meine ich das auch so.

In der Praxis
solltet ihr in der Lage gewesen sein,
konstruktiv an dem nun zu euch gehörenden
'Projekt Erde' weiter zu arbeiten,
aber wie ich sehe,
scheint euch dies immer weniger zu gelingen.

Ich bin stinksauer -
stin-ke-sau-er -
und zwar maßlos, ehrlich.

Und wenn ich das so sage,
dann meine ich das auch so.

Ihr habt euren freien Willen
schon immer gehabt,
ich habe oft genug alle Augen zugedrückt,
aber nun übertreibt ihr's derart,
dass mir der Kragen platzt!

Der Gipfel eurer Unverschämtheit,
Geschmacklosigkeit und Unverfrorenheit
mir gegenüber aber ist,
seitdem ich das beobachte,
und ich beobachte das wohlweislich von Anfang an,
dass ihr euch fortgesetzt gegenseitig umbringt.

Und euch in einem Atemzug
immer wieder darauf beruft,
das hätte ICH so gesagt,
hätte ICH so gewollt,
hätte ICH euch so vorgeschrieben
und hätte das auch noch mehr oder weniger
schriftlich niederlegen lassen.

JA HABT IHR SIE DENN NOCH ALLE ???

Also,
wenn IHR das so wollt, dann macht das so!
Macht weiter, wie es euch gefällt!
Aber gefälligst alleine!

Denn ich ziehe mich da zurück,
ich kann nicht mehr zusehen
bei diesem eurem egoistischen Gerangel
um Eitelkeiten und Machtpositionen
mittels Finanzmuskelspielen
und technischem Exterminierungskrams,
GottistgroßundGottistgerechtschreierei,
Menschenverachtung
und pseudoreligiösem Gehabe!

Lasst künftig MEINEN NAMEN,
egal wie ihr mich
auch immer zu nennen beliebt,
aus eurem wahnwitzigen Spiel!!!

Und wenn ich das so sage,
dann meine ich das auch so.

Und die von euch
auf mich dauernd zurückgeführte
„Apokalypse“ bekommt ihr, wie ich sehe,
ja selbst auch noch am besten hin.

Vielleicht entdeckt ihr aber doch noch
die aufbauende und wohltuende Zweitaufgabe
eures auch für den Zweck der LIEBE
von MIR für EUCH mitgestalteten
kräftigen Blutzirkulationspumpmuskels
namens HERZ.

Mein Sohn nannte das mal Nächstenliebe.
Euer lieber Gott.“

vcj

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Kommentare

23. Okt 2015

Danke, Volker! Vielleicht sollten wir Deine Verse auch auf Steintafeln unters Volk bringen.. ;-)..
Alles Gute, Walter

23. Okt 2015

Ja, Walter, das wäre eine Idee! Aber wie ich das gute Volk so kenne, werden sie umfunktioniert werden zu Bodenfliesen - man bewegt sich so gerne über sie hinweg ... :-) Gruß, VC

27. Okt 2015

Danke, Volker C. Jacoby,
das war wohl eine Predigt in Seinem Sinne, sonst wäre Er nicht Er…
Und wenn Er denn ein menschliches Antlitz nötig hätte – was er nicht hat, das weiß ich ganz genau – dann würde man darin die Züge eines gewissen Volker C. Jacoby wiedererkennen…

27. Okt 2015

Danke, Dieter J. Baumgart!

Mir ist heute wieder klar geworden, dass ich zu diesem hier ohne das, was mein (Kabarett-) Freund Hanns-Dieter Hüsch in seinen letzten Lebensjahren geschrieben und vorgetragen hat, nicht fähig gewesen wäre. Nun, da platzte tatsächlich mein eigener Kragen stellvertretend für den, der keinen Kragen nötig hat...

21. Nov 2015

Lieber Volker,
angesichts der jüngsten Ereignisse und der dadurch ausgelösten Flüchtling/Terror/Kriegshysterie erhalten Deine Zeilen noch stäkere Aktualität!
Mit Blick auf die dröhnende Kriegsrhetorik auf beiden Seiten des Atlantk fühle ich mich leider auch sehr unangenehm an die Situation im Jänner 2003 erinnert, als ich ahnungsvolle Verse schrieb ("es ist wieder mal soweit"), die sich 3 Monate später mit dem Angriff der USA auf den Irak bewahrheiteten - und letztlich der unmittelbare Anlaß für das gegenärtige Chaos in der Region waren.

22. Nov 2015

Danke, Walter, ja, solche Gedanken formulieren sich fast wie von selbst und müssen von Zeit zu Zeit auf's Papier. Dass es diesmal allerdings so schlimm werden würde, damit hat wohl niemand gerechnet. Irgendwo reicht's jetzt, die Grenze des Erträglichen ist da, hoffentlich wird es nicht noch heftiger!