grenzenlos

von ulli nass
Mitglied

heute Morgen war ich überzeugt . . .
der Urknall hat gerade erst stattgefunden,
habe ihn im Traum authentisch miterlebt -
und es webt und es webt.
sah die erste legendäre lebende Zelle,
mit komplexem Kern mit filigraner Membran -
und alles lebt, alles lebt.

sah Platons Schatten an der Wand,
erzeugt vom Feuer, das längst niedergebrannt.
las Seneca – sagte einfach ja.
war auf Golgatha sah das Leiden sah die Schmerzen-
spüre sie nun auf ewig im Herzen.
de brevitate vitae – pueri sunt-
for whom the bell tolls - na wenn schon- na und?

das Bemühen zu verstehen-
konvulsivische Wehen-
im Kreis sich stets nur drehen-
nie wirklich sehen-
ewig flehen -

graues gramvolles Grübeln-
nie erlöst von den Übeln.
spirale Galaxien auf Newtons Bahn -
Einsteins Kontinuum kein leerer Wahn -
neuronaler Intellekt – materieller Geist . . .
Mandelbrot, Schrödinger, und der Faden zerreißt?
Deutung aus Kopenhagen -
sapere aude – ja wir müssen es wagen!

denke nichts- sage nichts -
nehme einfach hin,
erkenne nicht – verstehe nicht,
gleite zeitlos dahin-
befreit von aller Physik und jeglicher Kausalität
nur den Zufall anbeten . . .
Protuberanzen – sie tanzen –
den ewigen Reigen
in ewig formlosem,
ewig zeitlosem -
Schweigen.

und der Demiurg
fühlt nun endlich die Schuld –
für das Experiment -
dessen Ausgang nur er kennt.
hat sich selbst überschätzt –
hat alle Grenzen verletzt . . .

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Kommentare

22. Okt 2016

Die Idee mit dem Demiurgen war eigentlch gar nicht soo schlecht.
Na ja, Schnee von gestern.
ulli