Schnecken-Syndrom

von Soléa P.
Mitglied

Die Nacht entlässt mich aus kalten Zwingen,
entgeistert stolpere ich in den Tag.
Grüble, was soll er denn schon bringen,
einer, auf den nicht einmal die Sonne strahlt.

So krieche ich mit schwerer Last
und bitterem Geschmack im Mund –
vorwärts ohne jegliche Leidenschaft,
die Welt bietet dafür zur Genüge Grund.

Ich schleime nicht wie eine Schnecke –
selbst wenn sie ihre Gründe hat,
doch ziehe mich auch dezent zurück
ins Haus und empfinde etwas wie Glück.

So abgeschirmt und isoliert
beginn ich, strategisch zu manipulieren.
Wer weiß, was gerade draußen passiert,
vielleicht lässt im Nachhinein sich was korrigieren,
wenn nicht, dann bleibt es, wie es ist –
bin anspruchslos und übe Verzicht …

Bild: © Soléa P.
Rechtshinweis:
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich oder durch Copyright geschützt und darf ohne Genehmigung nicht verwendet werden.

Interne Verweise

Kommentare

22. Okt 2019

REIN arbeitstechnisch scheint Krause 'ne Schnecke zu sein -
Bloß ist sie natürlich nicht so klein ...

LG Axel

25. Okt 2019

Manche Schnecken sind zum Fressen:
Und die Krause braucht sich nicht (unbedingt) zu verstecken …

Liebe Grüße
Soléa

22. Okt 2019

allezeit verzicht zu üben
heißt auch den wahnsinn mit zu lieben...

Liebe Grüße
Alf

25. Okt 2019

Mancher Wahnsinn scheint mir da besser als die Realität, aber anscheinend ist gar nicht mehr so viel Unterschied …

Liebe Grüße
Soléa

22. Okt 2019

Zeiten des Rückzugs ins Schneckenhaus müssen auch sein, können neue Kräfte und Sichtweisen freisetzen. Atmosphärisch stimmig, Dein Gedicht, liebe Soléa. Herzlich grüßt Dich Ingeborg

25. Okt 2019

Zurückgezogen, im Stillen verweilen, liebe Ingeborg kann (in einem selbst) gutes bewirken und ist dann, vielleicht auch ein Gewinn, für andere.

Sei herzliche gegrüßt
Soléa

24. Okt 2019

Ich liebe Schnecken,
bevorzugt Weinbergschnecken.
Dazu ein guter Chablis !
HG Olaf

25. Okt 2019

Lieber Chablis, ohne Schnecken, ich bevorzuge ihn zu Fisch. Aber alles Geschmacksache …

Liebe Grüße
Soléa