Wo nichts ist

von Olaf Lüken
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Ein Angler sitzt träumend am stillen Fluss.
Der Köder ist weg, sieht's mit Verdruss.
Die Fische haben einen Riesenspaß,
tummeln sich freudig im frischen Nass.

Sie springen befreit, ja froh und munter,
auf den Wellen und auch mal drunter.
Um dann blitzschnell aufzusteigen
und dem Angler 'nen Vogel zu zeigen.

Der muss nun suchen, was er verloren.
Der Tag hat sich gegen ihn verschworen.
Das Angelzeug packt er rasch zusammen.
Das Fischvolk tat er leis' verdammen.

Zuhause steht seine Frau in der Tür.
"Wie viele Fische bringst du mir?"
Der Angler streckt ihr den Eimer hin.
Der ist leer, auf'm Boden hängt sein Kinn.

Das Fischvolk, vor Glück ganz benommen,
ist noch einmal davon gekommen.
Was sagt dem Leser die Geschicht' ?
Ohne Köder angelt man nicht.

(c) Olaf Lüken

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Kommentare

13. Jun 2019

Ach, wie bin ich doch froh und erleichtert
Das kein Fischlein auf dem Teller landet! :))

Liebe Grüße
Ella