Der Dichtwicht spricht

Bild von Claudia Willmes
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Du setzt dich hernieder, um zu schreiben ein Gedicht,
doch findest den Schlüssel nicht
zu den gewichtigen Worten,
kannst sie gerade nicht orten.

Möchtest deine düsteren Gedanken beschreiben,
sie gar mit Worten aus deinem Kopf vertreiben,
sie haben sich dort so festgesetzt,
sich mit deiner wunden Seele vernetzt.

Doch wie soll sie je gesunden,
hast die Blockade noch nicht überwunden,
was, wenn der Zustand nun so bliebe,
nichts diese Gefühle jemals vertriebe?

Plötzlich spricht der Dichtwicht zu dir,
„törichtes Menschenkind, was tust du bloß hier?
Du bist vom Leid ja so besessen,
hast mich darüber ganz vergessen!

Belohnen solltest du deine Sinne wieder mit den schönen Dingen,
nur Liebe kann den Schmerz bezwingen,
das Leben ist so lebenswert,
wenn man nicht stets mit Angst und Groll es nährt.“

Auf einmal wird dir klar,
was er da sagt, das ist so wahr.
All das Schöne und Gute verankert an Herzens Orte,
dies zu beschreiben, lieber Dichtwicht,
dafür schenke mir heute die Worte!

(c) Clou Dy 2017

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