Dracul

von Michael Dahm
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Finster ist's, der Tag ist fort,
mein totes Herz erweckt,
erhebe mich aus eich'nem Hort,
die Nacht ist unbefleckt.

Einsam, kalt und widerlich,
allein für mich gebannt,
mir Sehnsucht durch die Schwingen strich,
im Flug durchs kalte Land.

Jahrhunderte bin ich nicht tot,
doch lebe ich auch nicht,
in staub'gen Adern ist nichts rot
und bleich ist mein Gesicht.

Es drängt mich nachts aus eis'gem Haus,
mein Lebenselixier,
im Schwingenschlag der Fledermaus,
still ich meine Gier.

Verflucht bin ich, ein Dämon euch,
es schmerzt in meiner Brust,
ihr dauert mich, wenn ich entfleuch,
kann ich für meine Lust?

Ich hatt' ein Leben so wie Ihr,
im warmen Sonnenlicht,
doch Macht und Hunger, meine Gier,
nahmen mir mein Gesicht.

So hüll ich mich in Dunkelheit
und streit mit mein'm Gewissen,
bis eine Macht ruft, es ist Zeit,
hast lange nichts gebissen …

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Kommentare

26. Jun 2017

Des Vampires Sicht
Per Gedicht besticht!
(Krause meint, 'ne Fledermaus -
Käme niemals IHR ins Haus!)

LG Axel