Der Tod

von Elmar Vogel
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Der Tod kann nimmer böse sein,
denn die Natur kennt keine Strafen.
Ein jeder geht für sich allein
zurück, zu jenem großen Schlafen,
aus dem der Geist die Bilder weckt,
und dieser Welt die Vielfalt schenkt,
wodurch uns dieses Leben schmeckt,
bis sich das Bild zur Scholle senkt.

Was ohne Geist, das wähnt die Strafe,
in allem was da auferlegt.
Mensch wird Tier und Herr wird Sklave,
wo dieser Eisenbesen fegt.
Er fegt so hart, bis unser Kummer
so groß, dass wir darin vergehn,
- versinken tief in jenen Schlummer
da uns der Geist heißt aufzustehn.

Elmar Vogel Januar 2020

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Kommentare

27. Jan 2020

Ja, das stimmt, lieber Elmar.
Der Tod ist nicht böse, er ist einfach, Teil der Formen. Erst durch uns bekommt er dieses Etikett.
Genau wie das Leben, es ist einfach, weder gut noch böse.
Wunderbare Zeilen, die ich gerne mehrmals las :)

Liebe Grüße
Ella

27. Jan 2020

Liebe Ella,
vielen Dank für deine Gedanken zu meinem Text. Es ist immer tröstlich und ermutigend, um einen inneren Gleichklang mit anderen Menschen zu wissen, denn wenn man schreibt ist man ja so ganz allein mit sich selbst.
Herzliche Grüße
Elmar

27. Jan 2020

Ich verstehe, was du meinst, lieber Elmar.
Der Gleichklang ist auch im Alltag schwer zu finden.
Die meisten Menschen interessieren sich nicht für die geistigen Dinge, die mich beschäftigen, sind überfordert, und fühlen sich erschlagen, wenn ich davon spreche. Wie schade. Ein gleichgesinnter Austausch nach Herzenslust wăre soooo erquicklich, denn Sprechen ist viel befriedigender als Schreiben.

Herzliche Grüße
Ella

27. Jan 2020

Liebe Ella,
wenn du magst, darfst du mich gerne auch anrufen: 0173-3844041
LG Elmar

28. Jan 2020

Das ist ja so lieb, lieber Elmar. Ich danke dir dafür.
Vielleicht ergibt es sich mal, angeregt durch eines deiner tollen Gedichte :)

Herzliche Grüße
Ella

28. Jan 2020

Deine Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.
Dein Gedicht scheint mir eine leidenschaftliche
Apologie zu sein. Der Tod als unbeauftragter Naturvollstrecker.
HG Olaf

28. Jan 2020

Lieber Olaf,
der erste Teil ist sicher keine Apologie, denn es gibt keinen vernünftigen Grund zu der Annahme,
dass die Natur die Kreatur mit dem Tod bestrafen wollte. Der Gedanke der Bestrafung - z. B. Todesstrafe - entspringt der Auffassung, dass die Erscheinungen des Daseins sich auf das rein Stoffliche beschränken - was ich persönlich nicht glaube. Der zweite Teil ist meine persönliche Auffassung, die sich für mich aus dem ersten Teil ergibt - die ich aber nicht verteidigen muss. Was wahr ist und was nicht ist sowieso immer eine rein subjektive Angelegenheit, wenn es um das Transzendente geht. Dennoch glaube ich, dass auch hierzu eine zeitlose Wahrheit existiert - eine Wahrheit die jenseits mathematischer Berechnung und Logik liegt und darin liegt die Crux.
LG Elmar