DAS STERBEN DER ESCHE

Bild von Jürgen Wagner
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Der große Baum, er liegt im Sterben
Ein Parasit frisst sich hindurch
Ganz unerkannt kommt das Verderben
Da hilft kein Glaube, keine Furcht

Der Weltenbaum, er darf nicht gehen
Sein hohes Streben muss besteh‘n
Ein paar, die müssen überleben
Die hier zu wehren sich versteh‘n

2017 - Die Esche, die zu den Olivengewächsen gehört, ist ein äußerst vitaler Baum, der seine Wurzeln tief und weit verzweigt, der oft kerzengerade wächst und eine rundliche Krone ausbildet. Er neigt nichtsdestoweniger zur Vorsicht: erst spät wirft er seine Blätter ab und im Frühjahr treibt er als letzter aus, um keinem Spätfrost mehr zum Opfer zu fallen.

In der Alten Welt war er hoch geachtet, Repräsentant des Weltenbaumes und sein Holz wurde für Waffen, seine Blätter und Rinde für Heilungszwecke verwendet. Auch heute noch ist das gleichzeitig harte und elastische Holz der Esche hoch begehrt. Die Esche ist eine ausgesprochene Persönlichkeit und geht geradewegs voran. Sie hat ein anziehendes, aber auch ein forderndes und anspruchsvolles Wesen.

Ihr lateinischer Name ist Fraxinus (von frangere, brechen): sie ist der Baum, den man immer wieder brechen kann, die Zweige und Äste verwenden kann, und der immer wieder weiterlebt und immer wieder neu austreibt. Deswegen pflanzt man die Esche auch sehr gerne auf Friedhöfe oder setzt sie vor Kirchen, das ist in Skandinavien besonders verbreitet. Dieser scheinbaren ‚Unsterblichkeit‘ hat eine Nebenart eines bisher harmlosen Pilzes ein Ende bereitet, die vor 20 Jahren erstmals in Polen auftrat: das ‚Falsche Weiße Stängelbecherchen‘. Das uns – und auch dem Baum bekannte - ‚Weiße Stängelbecherchen‘ ist harmlos. Selbst die Forschung hat es nur durch molekularbiologische Untersuchungen von dem uns bisher bekannten unterscheiden können. Es lebt als Parasit, breitet sich mit Abermillionen Sporen mit dem Wind aus, dringt nach Befall der Esche schnell über die Blätter zu den Trieben vor und bildet Nekrosen an Ästen und Stamm. Gleich einem Krebskranken stirbt die Esche den langsamen Zelltod. Andere Bäume greift es nicht an. Eine Heilung ist, auch von außen, (bisher) nicht möglich. Nur wenige Eschen sind resistent, die allermeisten sterben. Der Pilz breitet sich in ganz Europa aus. Dänemark hat bereits 90% seiner Eschen verloren. In Deutschland befürchtet man, dass in den nächsten 5 Jahren 1/3 der Eschen absterben werden.

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Text, Musik und Gestaltung: Jürgen Wagner
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Kommentare

27. Mai 2017

Sehr schade wär es um die Esche!
(Der Parasit kriegt Krause-Dresche!)

LG Axel

27. Mai 2017

Da neig' ich auch mal zu Extremen,
würd' selber gern die Pfanne nehmen

Danke! Jürgen

Adrian
25. Jun 2017

Das ist ja echt schlimm! Erst sind di Ulmen weg, nun viele Kastanien krank und jetzt auch noch die Eschen bedroht! Fand Ihre Trauermusik dazu echt passend und beteilige mich an der Hoffnung der Fanfare am Schluss.

Kann aber mitteilen, dass hier östlich von Stuttgart alle Eschen noch in Saft und Kraft stehen. Möge das so bleiben!

Grüße von Adrian

26. Jun 2017

Ja, es ist zum Weinen um diese großartigen Bäume! Hoffen wir mal, dass es hier nicht ganz so schlimm wird wie in England! LG! JW

26. Jun 2017

Eine schöne Würdigung dieses Weltenbaums. Ich drücke ihm, die Daumen, dass er es doch noch schafft. LG, Marie

27. Jun 2017

Ja, das wünsche ich mit Dir! Grüße in den Abend! Jürgen