Leben,nicht Tod

von ulli nass
Mitglied

im Tempel der Vorhang zerrissen,
der Apfel des Glücks voller Maden
überall Zweifel
kein Wissen
alles hängt am seidenen Faden

der Sinn, das Leben
das Nehmen, das Geben
das Vegetieren und Existieren
das Ignorieren und Akzeptieren
das Schlafen und Wachen
das Weinen und Lachen
der Kummer, der Trost

die Priester mit Blindheit geschlagen
im Zenit nur gähnende Leere
Zweifel und bohrende Fragen
auf dass sich ein jeder verzehre . . .

mit Mut im Streben
im Nichtstun kein Leben
abstrahieren,deduzieren
transzendieren,induzieren
forschen und lernen
im Nahen und Fernen
Erfolg und Frust
Skepsis und Lust

stets im Sekundentakt
und alle für immer nackt
die bunten Kleider des Kaisers
schmerzliche Illusion
der Mensch unverzagt
und jeder packt
den Strohhalm
als wäre er schon -

Errettung
sicheres Ufer
ersehntes Ziel
dabei bleibt so viel

an Unwägbarkeit
an menschlichem Leid
zähes Fließen der Zeit
und niemand bereit
zu tragen die Last
in Ruhe - ohne Hast

wie der
den die Welt einst sah
an jenem Mittag auf Golgatha

des Tempels Vorhang zerrissen
dunkle Nacht bricht herein
nie wird es wie vorher sein
unumkehrbar die Zeit
Licht macht sich breit

kleines Fanal
all überall
Erlösung aus Not
Leben,nicht Tod
die Tür offen
für Hoffen

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