Seelenabgrund

von Robert K. Staege
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In den Schluchten und Tiefen
windet sich lauernd etwas Dunkles,
fletscht seine Obsidianzähne
und droht stumm geifernd.
Geruch des Todes steigt auf und
firnisst die Gedanken mit Nacht.

Sieh nicht hinab!
Es wird dich locken, nach dir greifen,
dich wütend verschlingen, und
niemand wird die lautlosen Schreie
der gepeinigten Seele vernehmen.

Du kannst nur die Arme ausbreiten,
kopfüber ins Nichts springen,
ins sinnlose Dunkel, ins Bodenlose.

Vermutlich wird aber niemand
deine Abwesenheit bemerken,
denn du trägst ja verzweifelt
die Maske des Lächelns ...

Geschrieben am 28. Juli 2020.

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