Am Friedhof

von Michael Dahm
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Schaurig weht's um Mitternacht,
die Eiche knarrt, das Käuzchen lacht,
ein Tor, das in den Angeln wimmert,
sich grausig in das Schauspiel zimmert.

Vorbei an einem Grab so frisch,
gekrönt von einem Nebelwisch,
sollt' mein schneller Gang mich führen,
doch plötzlich konnt' ich mich nicht rühren.

Der Nebelstreif weht auf mich zu,
was störst Du meine neue Ruh',
auf ewig wollt ich Frieden finden,
unter Eichen und den Linden.

Ich bin hier durch eig'ne Hand,
weil mein Herz so sehr gebrannt,
es sehnte so nach dieser einen,
dass selbst im Tode ich muss weinen.

Jetzt sitz ich hier auf meinem Stein,
körperlos im Mondenschein,
denn auch in dieser andern Welt
wird die Ruhe mir vergällt.

Ein kalter Wind nahm ihn dann fort
und setzte ihn an seinen Ort,
wo er noch einmal traurig dimmert

… und die Friedhofstüre wimmert ...

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Kommentare

29. Jun 2017

Der Leser hat hier nichts zu wimmern:
Gut tatest dies Gedicht du zimmern!

LG Axel

30. Jun 2017

schaurig-schön und witzig zugleich...
ein text mit einem tiefen Grund...

LG Alf

30. Jun 2017

Hallo Michael,

eine wundertragischschaurige Friedhofsgeschichte, grandios ver - und gedichtet.

Hab ich gern gelesen!

Liebe Grüße

Mara

30. Jun 2017

Ich bedanke mich liebe Freunde.
Und Mara wir sind ja fast Nachbarn ;-)

LG Micha