Was man nicht ahnt

von Alf Glocker
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Vernichtend steht die Gegenwart
vor meinen alten Zukunftsplänen.
Sie hat noch nie mit „Witz“ gespart,
doch den hier eben zu erwähnen,
wär zu viel dann wohl des Guten,
das einem Menschen zuzumuten!

Ich träumte hin, ich träumte her –
die Kraft ist nunmehr ausgeschöpft.
Jetzt sind die Träume öd und leer,
die Phantasie wird dumm geköpft,
und hinterm Vorhang des Theaters
erscheint der Hut des Himmelvaters.

Er zog ihn nicht, um mir zu sagen:
Sei froh, mein Sohn, daß es dich gibt.
Es hieß nur immer „Alles wagen!“
Wenn dich gelegentlich wer liebt,
dann sei mit Vorsicht bei der Sache,
denn die Natur ist halt ein Drache!

So wird es auch in Zukunft sein –
wahr wird nur, was wahr sein muss!
Das ist des Daseins reiner Wein:
Die Wissenschaft ist stets Verdruss,
wenn sie uns nur dazu ermahnt …
daß Leben wird, was man nicht ahnt!

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