Im Abendrot

von Joseph Freiherr von Eichendorff
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Wir sind durch Not und Freude
Gegangen Hand in Hand:
Vom Wandern ruh´n wir beide
Nun überm stillen Land.

Rings sich die Täler neigen,
Es dunkelt schon die Luft,
Zwei Lerchen nur noch steigen
Nachträumend in den Duft

Tritt her und laß sie schwirren,
Bald ist es Schlafenszeit,
Daß wir uns nicht verirren
In dieser Einsamkeit.

O weiter, stiller Friede!
So tief im Abendrot,
Wie sind wir wandermüde -
Ist dies etwa der Tod.

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Kommentare

29. Sep 2016

Eichendorff. Auch ein alter Favorit.
Ich denke an die Stunden, an denen er im Deutschunterricht vorkam.
Das war romantische Naturkunde verpackt in schönen Versen.

Jetzt auf meine alten Tage traue ich mich, einige seiner bekanntesten Gedichte in meine zweite Sprache (Schwedisch) zu übertragen, z.B. das obige.

Aftonglöd

Vi gick i nöd och lycka
tillsammans hand i hand.
Och vilar, båda trötta,
nu över stilla land.

Omkring oss dalar lutar.
I luftens mörka flor
två lärkor endast stiger,
drömmer i himlen stor.

Kom hit och låt de svirra,
snart är det sömnens tid,
att vi oss ej förirra
i denna ensamhet.

O vida, lugna stillhet!
I denna aftonglöd,
vi känner tungt en trötthet -
är den kanske vår död?

© Willi Grigor, 2015