Das ewige Blühen

von Alf Glocker
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Ich bin schon ganz müde vom ewigen Blühen.
Mein Stängel steht grün und so voller Saft!
Das Wetter ist launisch und doch bin ich da.
Es kommen die Bienen, ich lasse sie ziehen,
ich opfere mich nicht auf, behalte die Kraft -
denn der unendliche Schein ist mir nah!

Erträglich sind die Er-Güsse aus diesem Sein,
welches ungreifbar, erfassbar für die Gefühle,
mich ausfüllt, als gelte es das zu bewegen,
was bewegungslos ausharrt gleich einem Stein,
der erbarmungslos starr in Kälte und Schwüle,
wie ein Hindernis glänzt - mir stets entgegen.

Verfüge nicht über mein Werden, du Leiden,
das sich der Menschheit lärmend bemächtigt -
ich beschreibe die Lust aus geheiligtem Land!
Daran sollen sich Götter und Mächtige weiden.
Ich dagegen bin leider total übernächtigt -
ich gehe mir selber schon über den Verstand!

Wer mich geliebt hat, den hab' ich verstoßen,
mit einer Leichtigkeit, deren Urgrund mir fremd,
gemauert ist, aus streng geheimen Gesetzen.
In meiner Wirklichkeit hab' ich mich im Großen
und Ganzen gegen den Mainstream gestemmt,
aber nicht um die Erdlinge damit zu verletzen!

Noch steh' ich auf dieser bunt blühenden Wiese
und treibe die Blüten als verwunschenes Spiel.
Ich bin für das Licht und das Leben gebaut!
Und ich sende euch allen herzliche Grüße -
denn die Verbrüderung im Frieden - mein Ziel -
hat sich als fantastischer See angestaut!

Ich flute euch mit Fantasie, solang ich es kann!
Denn ich bin wie der Nil: ja, periodisch gewaltig!
Und was ihr verrichtet, das macht mich nicht taub -
das macht mich sensibel, schlägt mich in den Bann.
Meine Antworten darauf sind spitz und vielgestaltig...
doch ganz langsam zerfalle auch ich nur zu Staub!

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Kommentare

31. Jul 2016

Auch, wenn das Blühen "ewig" scheint,
ist das rhetorisch doch gemeint.