Bis zum Ende des Lichts

von Alf Glocker
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Es sitzen zwei Raben im hohen Geäst,
sie tragen die Weisheit in sich.
Die Götter, sie feiern das Orgien-Fest
und sie geben den Menschen den bitteren Rest,
und über allem steht groß noch: „Ich liebe dich“.

Damit ist die Liebe zu allem gemeint,
das hemmungslos über die Ernte herfällt,
denn nichts ist auf Erden so wie es scheint –
und wir sind im Irrtum glücklich vereint,
denn furchtbar umnachtet ist diese Welt!

Die Wolken ziehen als große Nebel dahin,
sie umhüllen den echten, den ehrlichen Geist,
der überall anders und nirgends so heißt,
wie er heißen sollte, denn das hätte Sinn!
Viel lieber verschweigt man sein Wirken zumeist.

Die Raben dagegen, sie krächzen ihr Lied.
Sie wissen zu viel, deshalb sagen sie nichts!
Sie schauen nur zu was da unten geschieht,
dann fliegen sie auf und sind plötzlich zu dritt:
der Tod fliegt jetzt mit bis zum Ende des Lichts!

©Alf Glocker

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Kommentare

28. Feb 2015

Mag es düster wirken, dieses Gedicht:
Es erstrahlt dennoch - im hellsten Licht!
LG Axel

28. Feb 2015

Danke für's Lob mit dem Licht
LG Alf