DAS WENTAL

Bild von Jürgen Wagner
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Hier wacht die Sphinx über das Tal,
wo einst ein Fluss, der war einmal
vor langer langer Zeit daselbst versickert,
Gestein zurückließ, das verwittert,

uns hinterließ manch Fabelwesen,
das die Natur sich hat erlesen
Ein Nilpferd, das schaut fröhlich drein,
ein Riese schläft im grauen Stein,

ein großer Fisch mit off‘nem Maul,
da klettert drauf der kleine Paul
Der Bischofshut wird nicht bestiegen,
sonst kommt die Würde zum Erliegen!

Doch wo Spitzbuben einst gehaust,
da kommen Kinder schnell gesaust,
sich in der Höhle zu verbergen
und Mutter ruft nach ihren Zwergen

Ein Riesenweib steht noch im Tal,
versteinert, denn mit der Moral
hat sie es nicht so ernst genommen -
so ist’s in Steinheim vorgekommen

Gewicht und Maß hat sie gefälscht,
nahm von den Leuten zu viel Geld
Da hat sie doch der Blitz getroffen,
in Stein gebannt. Man kann nur hoffen,

dass unser Maß heute noch stimmt,
man redlich ist, wo man gewinnt
und keiner zu viel für sich will -
sonst steht der Himmel nicht mehr still

Das Wental auf der Schwäbischen Alb entstand, als nebenan im Steinheimer Becken vor 14 Millionen Jahren ein Meteorit einschlug und einen 200m tiefen Krater hinterließ. Dort sammelte sich das Wasser der Umgebung, auch der Wedel, die hier einst floss und dann versickerte. Der Zahn der Zeit, oder präzise gesagt, die Verkarstung hinterließ dann dieses wunderschöne Felsenmeer, dessen Steinformationen der Volksmund allerlei Namen gegeben hat.

Das Steinweible © Jürgen Wagner

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Musik, Bilder und Gestaltung: Jürgen Wagner
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Kommentare

21. Feb 2021

Das freut mich! Dann war die Arbeit und das Werk nicht umsonst! Liebe Grüße! Jürgen