Die Anderen und die Fremden

Bild von Horst Fleitmann
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Kaum jemand liest in Dichters Reimen,
auch nicht bei längerem Verweilen
in vielen oft sehr schönen Strophen
vom Klima oder Katastrophen.
Es liegt in manches Dichters Wesen:
Man schreibt, was Leser gerne lesen.
Die Umwelt, das Klima? Das geht uns nichts an.
Die andern sind schuld nur, die von nebenan!

Denn wenn es zu heiß wird, da regelt das Klima
der Lüfter von Aldi und Lidl ganz prima.
Die Trockenheit von der die Welt immer spricht
ach, liebe Leut‘, das betrifft uns doch nicht.
Denn Panik ums Wasser, das ist nur Betrug,
das kauft man bei Rewe die haben genug.
Die Plastik-Rückstände in Wäldern und Meeren
darum soll‘n gefälligst die andern sich scheren.

Und überhaupt, es sind immer die andern,
die Sparer, die unsren Konsum unterwandern.
Was soll denn der Spuk um die Bäume und Bienen
warum filmt man überhaupt Schnee und Lawinen ?
Corona kann uns doch am Leben nicht hindern !
Solln doch die andern ihr Feiern vermindern
In diesen gemütlich, beschaulichen Tagen,
wie kann man da motzen und jammern und klagen ?

Man lebt doch vortrefflich. Es macht gar nichts aus,
verschwinden im Feuersturm Tier, Mensch und Haus.
Und fällt irgendwer dann in irgendein Loch,
passiert das den andern… das wissen wir doch.
Die andern die machen sich ständig ins Hemde
und sind es nicht andre, dann sind es wohl Fremde.
Die machen die Augen und Ohren gern zu
und sagen: Lasst mich mit dem Wahnsinn in Ruh.

Die andern die dieses tatsächlich hier lesen
die sagen: Na was wohl?... Sie sind‘s nicht gewesen.
Wir alle sind andre für diesen und jenen
und dürfen uns nicht in den Sessel nun lehnen.
Wir haben die Erde, verdammt, nur geliehen
von denen die wir im Moment noch erziehen.
Und wenn sie erwachsen sind soll'n sie nicht sagen,
dass wir unsre Erde kaputtgemacht haben.

Drum fangen wir an, einmal anders zu sein.
Ich glaube ihr stimmt mit mir jetzt überein.
Vergesst diesen Unfug um Geld, Öl und Macht
sonst wird’s um uns Menschen bald ewige Nacht.
Man kann auch mit dem was man hat ganz gut leben
und muss nicht nach mehr oder größerem streben.
Und wenn jetzt manch anderer lacht nur und grient
dann hat er die Welt, unsre Welt, nicht verdient.

© Horst Fleitmann, 2020

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