Fensterträumerei

Bild von Haraldsson
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Schatten ziehen über die Felder,
blau umdunstet atmen die Wälder.
Die Kraniche, auf ihren Flügen,
gesellen sich zu Wanderzügen.

An jedem Orte möcht ich liegen,
mit jedem Vogel südwärts fliegen.
Ich möchte reisen und doch bleiben,
wie Segler durch die Lüfte treiben.

Lerchen hoch in den Himmel steigen,
Wanderer, die sich einzeln zeigen.
Am Himmel seh ich Wolkensäcke
und suche meine Daunendecke.

Draußen jaulen die Peitschenwinde.
Eine Mutter ruft nach dem Kinde.
Später wird es im Dorf offenbar,
dass der Schlingel auf dem Bolzplatz* war.

Ein milder und warmer Regen fällt,
ein Hund, der sinn- und grundlos bellt.
Das ist mein kleines Fensterglück.
Bald kehrt die Schwalbe auch zurück.

(c) Olaf Lüken (26.04.2021)

* Kleiner Platz zum Fußballspielen

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Interne Verweise

Kommentare

26. Apr 2021

Blau umdunstet - da fällt mir ein -
Das könnte wohl die Krause sein ...

LG Axel

27. Apr 2021

Blau umdunstet beschreibt etwas, das liegt in der Ferne.
Ich muss das wissen, ich komme aus Herne.
HG Olaf

27. Apr 2021

...feinsinnige Betrachtungen!

LG Alf

27. Apr 2021

Feinsinnige Antwort!
HG Olaf

27. Apr 2021

Man sieht das Bild förmlich vor sich lieber Olaf!

LG Uschi

27. Apr 2021

Ehrlich, liebe Uschi ? Da ist auch viel Tagträumerei drin.
Herzlichen Dank, liebe Uschi !
Olaf

27. Apr 2021

Ehrlich, liebe Uschi ? Da ist auch viel Tagträumerei drin.
Herzlichen Dank, liebe Uschi !
Olaf

27. Apr 2021

Deine Verse spiegeln mir fröhliche Bilder - und ja, bald kehren die Schwalben zurück!

LG Marie

27. Apr 2021

Als Kind lebte ich oft bei Verwandten auf dem Land (Runkel/Hessen/Lahn).
Im Sommer umschwärmten Schwalben wie wild das Haus. Nachts tauchten
Fledermäuse auf, die die Straßenlampen vor dem Fenster umflogen.
HG Olaf

27. Apr 2021

Eine Fensterträumerei, gemalt in idyllischen Wortbildern; erinnern mich an erlebte Momente aus Kinderzeiten, wo der Regen noch anders roch und die Abendstille friedlich war, durchzogen vom Glockenklang, manchmal. Schön ist Dein Gedicht. HG Ingeborg

27. Apr 2021

Wenn ich als Kind bei meinen Verwandten meinen Urlaub verbrachte, erlebte ich eine Welt, dieg anders war, als meine eigenes Zuhause. Die Verwandten lebten in Schadeck/Runkel (Lahn), eine Traumgegend schlechthin. Meine Heimat war Wanne-Eickel (heute: Herne), mitten im Ruhrpott. Als Geschäftsleute hatten meine Eltern tägliche Sorgen mit der KundschaftEs war die Zeit des Zechensterbens und die Zeit, als die Kunden den Laden kamen, kauften und anschrieben. Ich wandte mich der Kunst des Tagträumens zu.
HG Olaf