Genugtuung

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Bibliothek, Mitglied

Den Glauben – verloren,
die Seele, tief gekränkt,
frisch geritzte Wunden,
nichts wird mir geschenkt,
meine Scham war bedeckt,
doch du hast sie befleckt,
und ich bin die, die an den Wunden leckt,
ausgelöst durch deine dreckige Hand,
die ich nie wollte – du machst mich nur krank,
du Hund, es rührt sich aber etwas in mir,
außer Verzweiflung ich auch wieder Auftrieb spür,
du bekamst mich nicht und wirst mich nie kriegen,
es kommt der Tag, wo meine Kräfte siegen,
die Welt ist weder schwarz noch weiß,
und mir wird nicht mehr schlecht oder heiß,
gesalbt, dann alle meine Narben,
und voller Genugtuung werd ich meinen Kopf hochtragen.

(Für einen ganz besonderen Menschen)
„Me too“

Zeichnung: © Lupine
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Interne Verweise

Kommentare

16. Feb 2021

Nicht in den Kopf darf er, der Feind -
Da sonst sein Opfer lange weint ...

LG Axel

21. Feb 2021

Nein, das darf nicht sein!
So mancher aber schafft's doch rein ;-(

Liebe Grüße
Soléa

21. Feb 2021

sehr schön! (geschrieben)
hoffentlich geht der text nicht auf Erfahrungen zurück

Liebe Grüße
Alf

21. Feb 2021

Vielen Dank!

Liebe Grüße
Soléa

17. Feb 2021

Dein vielschichtiges Gedicht über ein schwer wiegendes Thema und das Bild Deiner Tochter dazu - beeindrucken mich sehr, liebe Soléa ...

Herzliche Grüße zu Dir - Marie

21. Feb 2021

Danke liebe Marie. Frauen werden noch immer schnell und leicht Opfer, auch wenn „Me Too“ das Thema, das gar keins sein dürfte, weltweit sensibilisiert hat. Aber, lange noch nicht genug und desto stiller es wieder wird, umso eher schwindet die Motivation, am Ball zu bleiben und Täter und Tat zu benennen.

Sei lieb gegrüßt von uns
Soléa

17. Feb 2021

Da muss etwas sehr Schlimmes, einschneidend Böses
geschehen sein, aber das Innerste konnte nicht zerstört , auch noch genommen werden. Eindringlich berührend und anpackend in Wort und dem ganz besonderen Bild dazu.HG schickt Euch, Ingeborg

21. Feb 2021

Wie du sagst, liebe Ingeborg, „was Schlimmes und Böses passiert“, aber nicht zerstört jedoch tief verletzt. Das Opfer ist und bleibt die/der leidtragende und kann sehen, wie damit umzugehen ist.
Alles sehr traurig!

WIR bedanken uns beide herzlich und grüßen dich!
Soléa

17. Feb 2021

Großartiger Text !
HG Olaf

21. Feb 2021

Ich danke dir und liebe Grüße
Soléa

18. Feb 2021

"deine dreckige Hand, die ich nie wollte!" - gnadenlos treffend! Das wäre ein geeigneter Titel für dein mutiges Gedicht, das aufrüttelt. Es sollte von sehr, sehr vielen Menschen gelesen werden!

Danke für diese mutigen, großartigen Zeilen!

21. Feb 2021

Mut bricht sich meist Bahn, wenn schwächere und Menschen, die man kennt oder liebt, in Not geraten sind, denke ich. Wenn einer den anderen im Auge behält, kann man helfen. Jede Art von Hilfe, was oft schon mit Zuhören beginnt, kann stützen und Voraussetzungen schaffen, Vergehen amtlich zu machen.