Gift

Bild von Johanna Blau
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Am Ende hielt meine Hand die Schlange mir vor die Brust
Männer stürmten meine Welt im Überfluss
Habe mich verwandelt und verstellt
Umgarnt wem es gefiel, sich zu sehen als mein Held

Habe mich gebadet und begraben lassen
Sand wie Eselsmilch fanden meine Gunst
Herrschen und beherrscht sein, eine große Kunst
Und die Liebe, wie sie durch das Delta watet mit reichen Gaben so gelassen

Mich verdurstend findet in Teppich gerollt
Mich mit Versprechen bindet und mit Gold
Wenn mir ein Mann so Treue zollt
Grollt nicht nur das Volk

Kornkammer oder Hochkultur
Wie beim Bau der Pyramiden eine Schnur
So helfen dem Helden die Männer und auch die Frauen, wenn er strauchelt
So schützen sie ihn, wenn er Schlangen streichelt

Mir blieb als Lösung nur der Schlange Gift
Wenn Rom euch heute weiter hält in seinem Griff
Dann gebt nicht auf sammelt euch in Scharen
Schon füllen sich die Straßen und endlose Menschenschlangen bewahren
Mit scharfen Augen und züngelnder Zunge der Freiheit fruchtbarste Garben

JB 04-2021

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Kommentare

16. Apr 2021

Weit schlimmer als der Schlange Zahn
Scheint stets der Mensch in seinem Wahn ...

LG Axel

18. Apr 2021

So ist es leider, liebe Grüße, Johanna

17. Apr 2021

Ein sehr schönes Gedicht, das zum Nachdenken animiert !
HG Olaf

18. Apr 2021

Vielen Dank Olaf, freut mich. Liebe Grüße, Johanna

19. Apr 2021

Mit großem Vergnügen gelesen, liebe Johaana!!

Marie

21. Apr 2021

Das freut mich sehr liebe Marie, liebe Grüße, Johanna :)