Kranichzug

von Peter H. Carlan
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Weiß schimmert der Raureif im Morgenlicht
auf den Ästen der einsamen Linde
und unten, am schwarzen Weiher, wiegt
sich das Schilfrohr im herbstlichen Winde.

Hoch über mir ein Kranichzug
auf blau getünchten Wegen,
die Hälse gestreckt im schnellen Flug
der südlichen Sonne entgegen.

Ich wandere stumm durchs stille Land,
wo welkes Laub die Wege säumt,
wo im Geäst am Wegesrand
kein Vogel mehr vom Sommer träumt.

Und über mir der Kranichzug
folgt mir auf Schritt und Tritt.
Das Rauschen der Schwingen im Überflug
es raunt mir zu: „Komm mit.“

Nun steigen sie hoch zu den Wolken hinauf,
hinauf in die sphärischen Weiten.
Und meine Seele schwingt sich auf,
die Schar der Vögel zu begleiten.

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