mir kann ich nicht entfliehen

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am Himmel seh’ ich Wolken ziehen
nach ihren eigenen Gesetzen;
ich weiß, mir kann ich nicht entfliehen;
auch ich muss meinen Fuß bald setzen

ins blasse Grau des Ungewissen;
euch werde ich dort nicht vermissen;
noch gibt mir jede Stunde Halt,
noch hat mein Leben Sinn, Gestalt;

doch kommt ein Tag, ich weiß nicht, wann,
dann trifft auch mich der Abgesang
der Reise in den fremden Raum,
in den unendlich tiefen Traum,

dann falle ich in’s blanke Nichts
fernab des Lebens und des Lichts,
beschließe meine Erdenzeit,
das ist so, und ich bin bereit;

doch hoff ich, in der Jenseitswelt
ist eine Kraft, die warm mich hält,
die mich für immer selig stimmt
und alle Sorgen, Schmerzen nimmt …

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Kommentare

04. Apr 2021

Die Phantasie will uns viel geben - sie lässt uns hoffend weiter leben …

LG zu Axel
Marie

03. Apr 2021

Ein neues Leben wird beginnen,
und du schätzt es mit allen Sinnen!

04. Apr 2021

Das mit dem „Werden und Vergehen“
ist wahrlich schwer nur zu verstehen;
man kann es vielfach drehen, wenden,
es kommt die Zeit, da wird es enden ...

LG zu Dir, *noé*

04. Apr 2021

" mir kann ich nicht entfliehen", nicht in der Diesseitswelt und, wer weiß es schon so genau, nicht in der Jenseitswelt, die Du mit jener Sprachkraft hier bedichtest, die weise und versöhnlich wirkt. Den Schlußpunkt wird jeder setzen, denn wie heißt es " der Tod ist nichts als die Vollendung der Geburt". Ein Gedicht, dass in diese Osterzeit passt, weil es Hoffnung schenkt, findet mit herzlichen Grüßen, liebe Marie, Ingeborg

08. Apr 2021

In der Osterbotschaft kann man immer Hoffung finden, wenn man danach sucht. Danke für Deine Worte, die wie immer von Weisheit und Sprachkraft geprägt sind und mich sehr erfreuen, liebe Ingeborg!

Herzliche Grüße - Marie

04. Apr 2021

Ins Jenseits ziehen wir alle ein,
ob man es glaubt oder nicht,
am Ende stehen wir nackt und allein,
ich hoffe nur, es gibt ausreichend Licht …

Herzliche Ostergrüße
Soléa

08. Apr 2021

Du formulierst es wieder einmal sehr gut, liebe Soléa; auch die Hoffnung auf genug Licht „danach“ teile ich und schicke herzliche Grüße zu Dir nach Frankreich –

Marie

04. Apr 2021

Wohin es uns einst führen mag,
wenn wir dann einmal nicht mehr sind,
man denkt daran so manchen Tag,
die Zukunft ist noch unbestimmt.

Doch leben wir im Hier und Jetzt,
wer kann schon sagen was wird sein,
selbst wenn so manches uns enstsetzt,
sind wir auch danach nicht allein!

Ein sehr starker Text liebe Marie!
Schönes Osterfest mit lieben Grüßen zu Dir!
Uschi

08. Apr 2021

Uschi – ja, die Zukunft ist noch unbestimmt – und man sollte grade in der schweren Zeit der Pandemie so froh wie möglich im HIER und JETZT leben - und dennoch den Blick über den Tellerrand hinaus nicht vernachlässigen. Du KANNST dichten, schüttelst die Verse aus den Ärmeln, wie man so sagt – und es ist nicht nur die Form, sondern auch der tiefe Inhalt Deiner Worte, die mich berühren; meine Bewunderung dafür.

Liebe Grüße - Marie

07. Apr 2021

...am Himmel Wolken ziehen
mit denen möchte ich entfliehen
auf den Flügeln deiner starken Gedichte
tief eindringend, sodass sich alles richtig richte...

Herzliche nachösterliche Grüße aus der Kälte
Yvonne