PFLEGE-DIENST

Bild von Jürgen Wagner
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Schwerstarbeit, die keiner sieht,
vor der man allzugerne flieht
Riecht nach Schweiß, Urin und Kot,
nach Alter und nach schlimmer Not

Die Arbeit, die geht in die Knochen,
das Heben in so vielen Wochen,
das Wenden alle paar Stunden
und achten auf die off‘nen Wunden

Das Pflegen geht nicht ohne Wissen
Der Eine heult nur in sein Kissen
Die Andere braucht den Katheder
Und Heilkunst, die kann auch nicht jeder

Das Baden muss einfühlsam sein,
das Waschen würdevoll und rein
Die Angstvolle wird sanft liebkost,
dem Sterbenden spendet man Trost

Zur Pflege braucht man etwas Zeit
für Einsamkeit und manches Leid
wo einer mal sein Inn'res schildert,
das schwere Los sich etwas mildert

Was ist uns gute Pflege wert?
Ein gutes Geld wär nicht verkehrt
Respekt und Dank würde sie stützen
Das könnt‘ auch uns einmal was nützen …

2020 - in der Corona-Pandemie entdecken wir, dass wir Pflege nicht nur der selbstlosen Aufopferung von Frauen preiswert überlassen dürfen, sondern dass sie ihren Preis hat

Pixabay

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Kommentare

29. Okt 2020

Man hat doch lautstark applaudiert!
Seitdem läuft alles - wie geschmiert ...
(BESSER wird es sicher - später:
Da hilft nicht mal ein Katheter ...)

LG Axel

30. Okt 2020

Ein sehr gutes und wichtiges Gedicht, das in die Zeit passt, danke dafür ...

LG Marie