Vorstellung (aus den Fragmenten des Glücks)

Bild von Dirk Tilsner
Mitglied

....................spürsinn steint - au! - frisches sinnbild / hängt sinnverdreht
....................frohsinn erliegt / vor dir, dein tag … sinnlos!

Du glaubst, es hat sich rar gemacht. Dabei trage ICH
es in der hohlen Hand mit mir herum. Sieh! Es tritt sogar
aus grautristen Mauern heraus. Doch ehe es versickert, im
treibenden Sand der Tage, fang ich es auf. Tropfenweise.

Ich schlürfe stets nur das Mindeste, denn dem Nächsten
reichend, hat es länger Bestand. Vermischt mit deinem
Blut, wird es sprudelndes Quell. Mit dem des Anderen,
ein Strom. Mäandernd, mit stillen Seen und Katarakten.

Gib acht! Willst du ihm auf den Grund sehen, narrt es dich
mit Spiegelungen. Betrachtest du dich in ihm, trübt es sich ein.
Es verabscheut Deutungen und Bedeutung. Suche NIE(!) nach
seinem Sinn, sonst verdunstet es im Nu. Wird Totes Meer:

....................spürst, ein taufrisches bild hängt verdreht froh
....................er liegt vor dir, DEIN tag … Los!

Lauf ihm nicht hinterher. Es gleicht einem scheuen Tier.
Warte ab. Irgendwann wird es auch dich holen.
Woher ich das alles weiß? – Sag einfach
Hans zu mir.

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Kommentare

13. Sep 2020

Hallo Olaf
Das Gedicht ist eines von fünf Beiträgen (also Fragmente) zum Thema "Glück", zumindest lief es so durch einen Wettbewerb (allerdings glücklos).
Der Hans am Ende ist natürlich der im Glück, im weiteren Sinne, und stellt sich hier über das Glück selbst sinnierend dem Leser vor. Es ist natürlich ebenso eine Idealisierung, ein "sich vorstellen" wie es eigentlich sein sollte. Dass man Glück am besten teilen sollte und es sich dadurch verfielfacht (der Strom), dass man es nicht in seiner eigenen Bedeutung (im Sinne des Geltungsdranges) suchen sollte usw. Wenn man weiß, dass das Glück gemeint ist, lässt sich alles sehr schnell entschlüsseln.

Dankenden Gruß
Dirk

17. Sep 2020

Das Glück im Fragment ja
das versickert
tropfenweise
in den mäandernden Mauern
meiner durchwachten Tage...

LG Yvonne

17. Sep 2020

Hallo Yvonne
Manchmal braucht es einen Schritt zurück, die Mauer wird kleiner und du siehst ein Schimmer von glücklicher Landschaft dahinter.

Dankend lieben Gruß
Dirk