Der Trichter

von Erich Vio
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So wie der Wanderer von einer Höhe
die Herde unten auf den Wiesen sieht,
durch die er ging, so klein, unwirklich sehe
ich die Vergangenheit, die mir entflieht.
Der Wandrer nimmt sein Fernglas, schaut zurück
und sieht auf einmal deutlich, was ganz weit
dahinter liegt, verlockend wie das Glück.
Doch Nebel trübt die Sicht. Dicht liegt die Zeit.
Man gießt sie durch mein Innres, das sich leert:
Ein Trichter ohne Pfropf, unweigerlich
von Fass zu Krug. Der Geist im Lager gärt;
beziehungslos, was ihn im Fluss hielt: ich.

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