Testament eines Dichters

von Tilly Boesche-Zacharow
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Pol und Pol,
einer Eis, der andre Flammen -
Treffer ird´scher Weltnatur,
halten alles gut beisammen,
solange sie sich auf der Spur.
Ihre Sehnsucht nacheinander
darf sich nur von fern erhoffen,
gleich wie Hero und Leander,
deren Seelen sich getroffen.
Doch aus der Materie Sicht
dürfen sie sich niemals finden,
wie schon alte Sagen künden
und berichtet dies Gedicht.

Eine Seele – unbekannt –
hat die Lösung mir benannt.
Ew´ge Sehnsucht ganz allein
darf des Dichters Partner sein.
Und weil ich so angelegt,
mein Herz mich stets zu Zielen trägt,
die in Nebeln dann versunken,
ehe ich den Wein getrunken.

Brauch stetig Sehnsuchtsziele!
Und mein Leben hatte viele -
die sich immer mir versagen …
Gott, erhöre nicht mein Klagen!
Denn alleine das Erreichen
wär in Wahrheit nur das Zeichen,
dass die Sehnsucht mir erstorben,
die Bestimmung mir verdorben …

Letzthin schaff zum Ziel - die Ziele.
Meines Dankes Hymnen viele
sollen nach dem ird´schen Sterben
alle, die sich suchen ließen – erben ...

- Gewidmet: A.G. -

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