Der beste Weg zu einer literaturwissenschaftlichen Arbeit

07. April 2016
Bild von Literatur Bällen
Text im Focus
© arsdigital

Auf dem Weg zur wissenschaftlichen Arbeit darf auch heute noch über Kafka gestolpert werden. Die tausendste Abhandlung zu seinen Erzählungen sollte es aber nicht sein!

Wer die Literatur wirklich liebt, der hat sich vielleicht aus lauter Liebe sogar für ein literaturwissenschaftliches Studium entschieden und steht immer wieder vor der Herausforderung, Hausarbeiten, Seminararbeiten oder sogar eine Abschlussarbeit in diesem Fachgebiet zu verfassen. Der Weg zur gut benoteten Seminararbeit ist jedoch mit einigen Hindernissen gepflastert, die jeder eifrige Student kennen sollte, um sie dann geschickt umschiffen zu können. Zu den wirksamsten Gegenmitteln gehören eine effiziente Literatursuche, das Setzen von eigenen Milestones und nicht zuletzt der altbekannte Kampf gegen die Prokrastination. Und wenn alle Stricke reißen, darf man sich gern auch einmal professionelle Hilfe holen.

Das Thema kann man sich nicht immer aussuchen

Die Themensuche ist auch bei eindeutigen Seminarthemen nicht immer einfach. Geht es beispielsweise um eine bestimmte Epoche, so bieten sich dennoch unzählige Schriftsteller oder Genres an, aus denen man sein Thema erwählen muss. Auch abstraktere Themen oder Arbeiten zu bestimmten Theorien sind denkbar. Auf jeden Fall sollte man nicht ausschließlich nach persönlicher Präferenz entscheiden, sondern auch nach interessanten Nischen suchen oder solche Felder bewirtschaften, in denen es Kontroversen gibt oder gar neue Erkenntnisse. Den begutachtenden Professor erstaunt die tausendste Abhandlung über Kafkas Erzählungen sicher nicht besonders. Doch wer sich mit Kafkas wenig beachteten Beziehungen zu Felix Weltsch beschäftigt, hat per se schon einmal bessere Karten.

Lektüre über die Lektüre

Die bei fast jedem Studiengang wichtigste Aufgabe im Vorfeld einer Seminararbeit ist die Suche nach passender Fachlektüre. Schreibt man über ein bestimmtes Werk, so beginnt schon hier die Arbeit des gewissenhaften Literaturstudenten. Welche Ausgabe nutzt man? Welche Übersetzung? Gibt es vielleicht in irgendeinem Archiv eine Ausgabe, die interessanter ist als das profane Reclam-Heftchen? Hat man die Primärquelle erschlossen, folgt die Suche nach Sekundärliteratur. In der Regel macht es Sinn, zunächst die neuesten Monographien, Sammelbände und Aufsätze zu sichten und darin nach Verweisen zu älterer Literatur zu suchen. Auch die Berücksichtigung bekannter Standardwerke ist oft obligatorisch für studentische Arbeiten. Auf jeden Fall sollte man stets herausfinden, ob der eigene Dozent schon einmal etwas zum Thema publiziert hat. Dessen Ansichten muss man zwar nicht eins zu eins übernehmen, doch umso kontroverser die eigene These zum Professor steht, umso fordernder wird die Verteidigung der Arbeit ausfallen.

Milestones, Disziplin und Aufschieberitis

Neben den rein methodischen Problemen beim Erstellen einer Facharbeit stellt auch der eigene Charakter einen immer wieder vor Herausforderungen. Das sonnige Wetter, der neue Freund, die gehypte Fernsehserie – es gibt fast so viele Gründe, sich vom Studium ablenken zu lassen wie es Themen für die Seminararbeit gibt. Viele Dozenten verhängen Deadlines, also Abgabetermine, zu denen die Arbeiten fertig sein müssen. Doch eine Deadline allein reicht nicht. Wer zur Prokrastination, also der berüchtigten Aufschieberitis, neigt, der sollte sich viele kleinere Milestones setzen. Ein Beispiel: Bis zum Tag X ist die Literaturrecherche fertig. Was danach noch gefunden wird, wird höchstens überflogen oder nur dann berücksichtigt, wenn es wirklich wichtig erscheint. Sekundärliteratur ist oft ein bodenloses Loch und irgendwann muss man sich zwingen, nichts mehr zu lesen. Gerade bei einfachen Seminararbeiten werden Lücken in der Literaturliste eher verziehen als die totale thematische Verzettelung oder eine arg verspätete Abgabe.

Holen Sie sich professionelle Hilfe

Nach Hilfe zu suchen ist auch im Bereich der wissenschaftlichen Arbeit nichts Schlimmes, solange die eigentliche Leistung noch selbst erbracht wird. Naheliegend sind zunächst studentische Lerngruppen oder Kolloquien, die gemeinsam ein Thema bearbeiten oder auch nur der Selbstdisziplin dienen, weil man regelmäßig seine Fortschritte vorstellt. Doch auch gewerbliche Anbieter können sehr nützlich sein. So gibt es Dienstleister für die Erstellung literaturwissenschaftlicher Arbeiten, die Entwürfe und Ideen liefern, Coachings anbieten oder auch das Lektorat, das Korrektorat oder die Formatierung der Arbeit übernehmen. Rechtlich betrachtet ist diese Art von professioneller Hilfe problemlos möglich, solange die letztlich eingereichte Arbeit selbst verfasst und nicht etwa nur aus dem Entwurf kopiert wurde.

Kommentare

08. Apr 2016

Für mich als Nicht-Studentin SEHR interessant.
Dermaßen, dass ich es an meine Tochter weiterleiten werde.
Danke!

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