Wie man Gedanken formt

von Alf Glocker
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Da war doch grad ein Gedanke, der von meinem Vater hätte sein können – dort einer, der direkt von meiner Mutter kam?? Nein, das sind sie natürlich nicht gewesen: nicht von mir … Aber sie haben mir unmissverständlich gezeigt, was mir warum möglich ist. Da ist zwar noch etwas anderes in meinem Charakter als meine Eltern – es handelt sich um meine Seele – doch dieses Andere bedient sich der erhaltenen Mittel! Ist es demnach erstrebenswert, angesichts der genetisch dominanten Überlegenheit weniger zivilisierter Menschen, Gedanken in sich verspüren zu wollen, die sich mit etwas unausweichlich anderem beschäftigen? Was ist denn das für eine Frage … man liebt die Gedanken, die man hat, welche sollte man sonst lieben?!

Gedanken lassen sich selbstverständlich auch anders formen: in der Schule! Ja, die Schule ist eine gute Plattform für Propaganda aller Art. Da lässt sich schon einiges machen – aber die Denkgewohnheiten der Altvorderen aus dem Kopf zu befördern, das wohl nicht! Eventuell könnte man einem Mörder beibringen, nicht die Menschen umzubringen, an die er zunächst denken würde (vielleicht), aber ihm einzubläuen, niemanden umzubringen, sondern grundsätzlich alle Menschen zu lieben, das ist schlicht und ergreifend unmöglich! Denn auch ein Mörder liebt die Menschen – halt nur auf seine ganz spezielle Art. Was also bleibt dann noch übrig, wenn man alles gleich machen möchte auf der Welt? Na, was schon? Die Medizin …

Da nimmt man einfach Teile der DNA raus und ersetzt sie gegen künstliche. Auch damit lassen sich wirksam Gedanken formen, aber, das ist vielleicht noch kurioser als bei der schulischen Propaganda, denn man ersetzt ja nicht nur Gene, man zerstört eine bestehende Identität! Das kann doch einen Arbeitgeber nicht erschüttern, keine Angst, keine Angst Lieschen Müller. Machen wir ruhig weiter unsere Milchmädchenrechnungen, das passt sehr gut zu dem, was wir von unseren Eltern geerbt haben: nicht viel Gutes! Das Beste von allem ist vermutlich die Naivität, mit der wir unsere Unzulänglichkeit gegen die unbestechliche Logik der Natur verteidigen, die uns täglich einhämmern will: „Pass auf dich auf, mein Kind!“

Das Wertvollste, was wir haben, befindet sich in der nahezu unendlich langen Kette ausgesuchter Erbanlagen, die Menschen dazu befähigt haben, Kathedralen zu bauen, Planetenumlaufbahnen zu berechnen und die Sixtinische Kapelle auszumalen. Für solche Ergebnisse muss viel gelitten werden! Und sicherlich wünscht jedes Elter seinem Nachwuchs, daß es Gedanken dieser Qualität haben möge … aber sooo einfach ist das gar nicht! Denn: dasss kann man einfach nicht lernen. Das kann nur die Natur „lernen“, durch die Erfahrungen vieler Generationen – und: Dieses erworbene Gut kann in einem einzigen Akt wieder auf ewig zerstört werden! Aber wir wissen das nicht – das wissen heutzutage nur noch die Primitiven.

Warum? Weil sie auf sich achten und weil ihre Gelüste eindeutig auf Individuen abzielen, die derartige Anlagen zu bieten haben … einmal ganz davon abgesehen, daß das weibliche Ergebnis einer 40 000 Jahre währenden Aufwärtsentwicklung eine wesentlich erotischere Anziehungskraft auf JEDE Art von Mann hat als die Frau einer höheren Hominidensorte von Sonstwo. „Das sind gefährliche Gedanken!“, tönen da Leute, für die das Wort „Gedanke“ an sich ein Fremdwort ist, weil sie in der Propagandaschule verlernt haben, es natürlich zu interpretieren. Ihnen täte es gut, einmal genau hinzuhören, wenn sie Ähnlichkeiten in ihren Denkvorgängen mit denen ihrer Eltern feststellen. Dem voraus geht selbstverständlich die Hoffnung.

Die Hoffnung, daß die Eltern des Denkenden bzw. Nach-Denkenden nicht einer Spezies angehört haben, die sich im Leben verliefen und, auf krummen Wegen, durch ihr ärmliches Dasein taumelten. Aber die meisten ehrlichen Menschen werden dazu vermutlich nicht gehören. Ihnen sollte man einen verantwortlichen Umgang mit dem, das man einfach nie und nimmer käuflich erwerben kann, zutrauen. Aber: Wer wirklich denken kann, der sollte den Vergleich nicht scheuen und sich auch ausmalen können, was passiert, wenn man nicht mehr auf die Evolution hören will! Einen künstlichen Werdegang der Menschheit kann doch keiner wollen – oder? Doch! Leider stellen sich bereits viele Hirnamputierte auf eine solche Zukunft ein!

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Kommentare

02. Jul 2018

Immer diese Selbstbefriediger.
Ich habe meine Gedanken-App.
Die denkt und fühlt für mich
und belohnt mich für jeden Klick.
Im Face-Club bin ich nachtaktiv.
Im Leben bewege ich mich mit
dem Handy vor den Augen
und jeder Schritt
überwacht eine KI.

LG. Waldeck