Was ist eigentlich Denken? Oder Die Macht des Todes

von Alf Glocker
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Um zu erfahren was Denken ist, sehen wir uns am besten einmal die übrige Schöpfung an – also alles außer dem „Menschen“. Dann müssen wir sagen: „Elefanten sind unglaublich stark“, oder auch „Geparden sind unglaublich schnell“. Wir könnten noch erwähnen, daß Ameisen perfekt organisiert sind, daß Vögel über den Dingen schweben, oder auch, daß „Affen verdammt klug sein können“ ... vergleichsweise. Aber im Vergleich zu wem? Sind Affen einer schöpferischen Betrachtung fähig?

Alle Geschöpfe zeichnen sich durch ganz besondere Eigenschaften aus – sie schreiben sie sich nicht selber zu! Nur der „Mensch“ (JEDER Mensch) schreibt sich eine ganz besondere Eigenschaft eitel selber zu: Er kann angeblich „DENKEN“. Aber sollten wir uns fragen: WELCHER Mensch kann denn denken und wie sieht das dann aus, wenn er „denkt“? Schlägt er dabei in „Heiligen Büchern“ nach? Schüttelt er Reagenzgläser? Erreicht er gute Noten in der Schule?

Was liest, was schüttelt, was erreicht dieser „denkende“ Mensch dann? Einen Glaubenskrieg? Einen Rüstungsauftrag? Eine anerkannte Lebenseinstellung? Oder: Wie würde es aussehen, wenn er, der „Mensch“, WIRKLICH dächte? Stoßen wir hier schon wieder auf Unterschiede, wie sich, unter anderem, Elefant und Ameise voneinander unterscheiden? Und was fangen wir, angesichts dieser Unterschiede, dann mit unserer Bildung an?

Dürfen wir eigentlich einfach so behaupten, die Biene ist kein Delphin, der Archäopterix gehört nicht den Saurischia an, oder der Neandertaler ist kein richtiger Mensch? Denn, hätte er eine „anständige“ Bildung erfahren, dann wäre er doch ein ... was? Verkünden das oder Ähnliches nicht eine bestimmte Sorte heiliger Moral-Bücher?! Was aber ist eine „anständige“ Bildung? Eine, die nicht vom freien Denken, sondern vom Studium der Bücher herrührt? Es scheint also nichts weiter als eine Interprationsfrage zu sein. Denn Denken ist Glückssache ... und Glück hatte eben auch manchmal der Neandertaler, obwohl er kein Homo sapiens war.

Aber zu allen Zeiten „dachte“ der Homo sapiens, obwohl er auch betrachtend denken konnte, vor allem anderen an den Profit! Dadurch gelang es ihm, sozusagen in spielerischem Ernst, das Denken bereits im Ansatz abzuwürgen, denn rein wirtschaftliches, also gewinnorientiertes Denken ist direkt mit der Fortpflanzung, sprich „dem Nestbautrieb“ verbunden, meist mit dem übersteigerten Nestbautrieb, versteht sich. Vor allem ist er mit den ursprünglichsten, also einfachsten Beweggründen (um nicht „mit den primitivsten“ zu sagen) verknüpft, denn wer nichts zu Essen hat, der kann sich auch das Denken nicht leisten.

Leider bedingen sich der Geschäftssinn – den ich als eine Vorstufe der Intelligenz bezeichnen möchte – und das betrachtende Herantasten an die Wahrheiten des Lebens, wie auch an spezielle Neuschöpfungen im Allgemeinen, einander nicht! Das mag zwar ein paar zurückgebliebenen Neandertalern so erscheinen (ja, geschäftlich denken konnten – können - sogar die), besonders wenn sie sich machtlosen Feingeistern gegenüber als Sieger fühlen durften - mit der angewandten Denkkunst hat das aber nichts zu tun! Auch der, „einfach so“, ohne schöpferische Leistungen, reichste Mann der Welt ist im Vergleich zu einem Beethoven oder Einstein nur seelenloses Fleisch!

Mechanische Kalkulation ist es vielleicht höchstens, wenn einer systemintern zu Ruhm und Ehren gelangt, obwohl er nicht einmal eines einzigen freien Gedankens mächtig ist. Das ist mit Maschinen vergleichbar – mit Biomaschinen (ein Blick in die Zukunft). Denn das wirkliche Denken spielt sich abseits festgefahrener Strukturen oder aufgezwungener Rhythmen ab. Deshalb dürfen wir jedoch Menschen, die ES, das freie Denken, absolut nicht beherrschen, nicht abqualifizieren ... leider! „Mensch“ ist halt, was auf 2 Beinen geht, ein sogenanntes „Großhirn“ besitzt und sprechen kann.

Derlei Lebewesen verfügen sehr oft auch über die Fertigkeiten des Lesens, des Schreibens und des Rechnens, die jedoch, außer in Extremfällen, erlernt werden können. Was man damit anfängt, ist dann wirklich eine Frage des Menschseins! Werden wir uns dessen bewusst und lernen wir neu zu kategorisieren, denn wenn wir selbst dafür unfähig sind, dann werden wir uns blenden lassen, von den „goldenen“ Seiten des Denktodes, der übrigens nicht ganz unabhängig von allen vorhandenen Gewaltstrukturen agiert. Seine Macht kann, wenn überhaupt, nur durch bildungsfreies Betrachten beurteilt und richtig eingestuft werden. Wir sollten uns vor ihm in Acht nehmen!

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Kommentare

05. Jan 2017

Der Neandertaler hat wohl Hirn erworben -
Drum ist er ganz schnell ausgestorben ...

LG Axel

05. Jan 2017

harharr - diese Überlegung ist revolutionär!
darauf bin ich noch gar nicht gekommen,
aber so könnte es gewesen sein :-)))

LG Alf