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Unverdauliche Krampfmaßnahmen

Bild von Alf Glocker
Bibliothek

Als, kurz nach dem Einsturz des Turmbaus zu Brabbel, die Kriechen das Weltreich der Persiflagen zerstört hatten, kannten sie sich nicht mehr aus. „Sie“, das waren praktisch alle über 30 – es mochten so an die 333 gewesen sein, die auf der Welt vorkamen, um sich zurückzuentwickeln!

Als Allerzweites verboten sie die Schrift, die, wie sie sagten, ja nur zum Schmähen Verwendung fand. Zuerst aber wurden die Werte vernichtet! Wer z. B. einen „Allerwertesten“ besaß, der durfte sich nirgends mehr draufsetzen, um zu arbeiten … und zur Ruhe schon gar nicht!

Im Gegenzug dazu erlaubte Mann den Frauen nicht mehr, dort schön zu sein, wo sie beachtet werden wollten, sondern einfach anders herum: Sie wurden gezwungen so lange Witze zu erzählen, die einen Bart hatten, bis ihnen selbst einer wuchs …

Der ihnen dann allerdings auch wieder nicht so gut stand wie niemand sonst. Und daran konnte leider auch die Mode nichts ändern, denn die war schwer beschäftigt: Jeder, der mit der Zeit ging, suchte nach unsinnigen Behelfserklärungen, für den Teil der Evolution, wo der Mensch gar nicht vorkam und sagte: „Nein – was wir entweder erleben oder auch nicht erleben ist einmalig und vor allen Dingen zwecklos!“

Denn wir befinden uns in einem Froschglas ohne Leiter, wo wir zwar das Wetter ansagen sollen, aber nichts aussagen dürfen – außer vielleicht „Unser Leben ist unwichtig“, weil das wirklich nicht geht. Sonst hätte es ja kein dämliches Weltreich gegeben, keinen Aufmarsch der Zyklopen, keine reinrassigen Mischwesen und natürlich auch keine Kakerlakenhaltung in Großküchen.

Nach der gutgläubigen Vermessung des Augenabstandes bei Chimären ist man, stattdessen, zu dem Entschluss gelangt, wie wichtig es ist Verunsicherung überall dort zu installieren, wo es überhaupt Ställe gibt … in-stall-ieren!

Wie sollte es uns denn sonst gelingen, tragfähige Irrtümer aufzubauen, welche uns frisch aus den Jahrhunderten katapultieren?! Keiner kann was, ganz besonders aber nichts dafür, außer den speziellen Böcken – das soll man sagen – die im Voraus bezichtigt werden müssen, wenn es um keine Gerechtigkeit geht. Und um die kann es ja nicht gehen!

Wäre denn eine realistische Sicht auf die Dinge gerecht? Ja, schon, aber nur, wenn sie der „echten“, also nicht der erwünschten Realität, so sehr ähnelt wie kein Ei dem Nächsten oder dir selbst. Denn auf Eier kommt es ebenfalls nicht an!

Sie auszubrüten oder auch nur zu halten und zu haben, ist frevelhaft. Lediglich Weicheier, Eierhandgranaten und faule Eier sind nicht nur erwünscht, sondern gesetzlich festgeschrieben – vor und zurück! Aber frag nicht nach Sonnenschein!

Wobei wir dann vermutlich schon wieder beim Turmbau wären … Doch niemand hat vor, einen Turm zu errichten. Niemand hat vor, überhaupt etwas zu errichten! Jeder tritt neuerdings neben sich, oder auch dafür ein wegtreten zu dürfen. Und zwar ungefragt.

Darauf zu bestehen ist des Bürgers letzte Pflicht, nach einer ganzen Reihe kurioser, aber unsichtbarer Verfehlungen, die – weit unter jedes Ziel hinweggeschossen – den Geist derart verkümmern lassen, daß eben die da kriechen das Weltreich der Persiflagen, zugunsten von Unwertpapieren zerstören, die praktisch – obwohl doch vollgeschrieben – völlig leer zu sein haben!

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Kommentare

05. Mär 2019

Frau Krause meint ja, 'ne "Ski-Mähre"
Ein Pferd beim Wintersport wohl wäre ...

LG Axel