In Betrachtung einer Betrachtung

von Alf Glocker
Mitglied

Der Tag verwelkt, die Fenster dunkeln – und vor der Türe steht die Macht! Die Geister fangen an zu munkeln und der Verstand ist aufgewacht. Er beginnt wie wild zu küssen, die Musen stehen nackt Spalier – und er will wirklich ALLES wissen, die ganze Wahrheit, jetzt und hier! Die Sterne fangen an zu blinken und mancher wandelt aus der Bahn … wobei die größten Schlüsse winken. Mich mutet das unheimlich an. Doch ohne die Unheimlichkeit verliert sich alles ins Normale – und darin können wir nichts finden, denn alle Rätsel dieser Zeit, die lassen sich auf nichts begründen, das keine Lösung suchen will. So war das Ganze nicht gedacht! Die grauen Zellen schweigen still, in einer trist verhang’nen Nacht! (Wo alle nur in Träumen schweben.)

In Büchern steht die Weisheit nicht, die eine Gegenwart bezwingt … Ich warte auf das echte Licht, das aus den Räumen zu mir dringt, die kaum ein Mensch durchmessen kann, denn Menschen folgen ihrem Bann! Sie schweigen still, sie biegen sich, in jedem Windhauch, der da bläst, sie treiben es mit dem, der will, daß man davon die Finger lässt, was Aussicht auf Erfolg verspricht. Doch nicht das Material ist hier gemeint – das juckt den toten Bischof nicht, auch wenn es noch so golden scheint. Gemeint ist Rettung aus der Not, gemeint sind die bewahrten Schätze, gemeint ist stets das gute Lot und nicht die allgemeinen Plätze, die Trottel in die Irre führen, weil sie von alledem nichts spüren, das vorgeht auf der wilden Welt. (Denn diese Welt ist nicht das Leben.)

Die Bilder kommen unverwandt, sie dringen in die Seele ein! Sie sind nicht direkt vom Verstand, sie sind kein konstruierter Schein! Es handelt sich um die Geschenke, die man sich nicht selbst wählen kann – sie kommen nicht aus „Ja, ich denke“ und so bin ich ein kluger Mann. Sie sind die Kinder aus Äonen, deren Ansichten sich lohnen, wenn man die Zeit im Ganzen sieht … und nicht in seinen Abschnitt flieht, wo Exerzitien aus Lügen über jeden Eindruck siegen, den man nur ehrlich sich erwirbt, wenn man nicht in den Ängsten stirbt, die immer dann brutal entstehen, wenn wir gegen den Strom angehen. Für Mäuser, die sich ständig ducken und Menschen in die Suppe spucken, die sich bei Gott nicht täuschen lassen, ist Heil in tumben Massen (die an Dogmen kleben).

Doch wenn der Tag zu Ende geht, der Teufel rot im Zimmer steht, mit einem Schildchen in der Hand, auf dem der schlichte Hinweis glänzt, „Siehst du das Zeichen an der Wand?“, dann ruht der Horizont ergänzt, durch Lettern, die aus Feuer sind: „mene, mene tekel upharsin!“ „Begreifst du jetzt, mein liebes Kind?!“, sagt eine Stimme, die mich kennt. „Sag, was man nicht beim Namen nennt!“ Der Teufel hat dich sehr erschreckt, doch hat er dich aus Nichts erweckt, aus diesem Nichts, das ICH erschuf – ich bin dein Gott, doch ohne Huf, bleibt dir der Kosmos derb verborgen. Denke! Und denk auch an morgen. Sieh was der Satan ‚Idiotie‘ mit Leuten macht, die einfach nie versuchen mehr als nur schnödes Fleisch zu sein. Du bist allein?“ (Dann hilf dir eben!)

Hilf dir selbst, dann wirst du meine Spuren finden, die auch im Sand der Stoffe gründen, aus denen alles was du weißt – und noch viel mehr drum rum – erwuchs. Worum dein kleines Geistchen kreist ist wohl ein Mini-Mittelpunkt, in einem Riesenzentrum … such’s! Apportier das Stöckchen, es sei deines! Was du dann siehst, das sei nicht Irgendeines, nicht eine Interpretation, nicht eine sehr geschickte Farce der Wissenschaft – es sei der vielen Mühen Thron: Die pure Einsicht! Gleichnishaft sollst du sie dann den Wesen geben, die dich nicht nur verlachen können, die unterscheiden, was von guten Reben und was durch hässliches Missgönnen aus der Bemühung reichlich sprießt, die ohne Geld, sich in die Zeit ergießt. (Der wahre Denker wird sein Bestes geben!)

Die andern werden, wenn die Fenster dunkeln, mit düsteren Genossen schunkeln, die keine gute Absicht haben, die unsern Geist mit schlimmen Gaben, gemein und hinterhältig trüben. Wir sollen uns in Nachsicht üben? Vernunft ist manchmal Aufstand: Revolution! Wenn König oder Königin nicht wollen, daß Wohlstand auch dem Volk gehört, dann greife mutig in die Vollen, worauf der Himmel Eide schwört, daß du im Recht bist, wenn du schreist, dem Führungspöbel nicht verzeihst, wie er dich nasführt … in den Ketten, die uns dem Abgrund näher bringen. Sieh her und flieg, auf Sternenschwingen, dorthin, wo man dir reinen Wein einschenkt, weil man frei und ungezwungen denkt – wie Menschen das so machen. Alles andere ist zum Lachen! (Fühlst du dich beben?)

Veröffentlicht / Quelle: 
auf anderen Webseiten

Buchempfehlung:

Rechtshinweis:
Für diesen Beitrag ist eine unkommerzielle Nutzung erlaubt, alle Rechte verbleiben jedoch beim Autor/bei der Autorin.

Interne Verweise

Kommentare

07. Mär 2018

ich habs mal andersrum gemacht
und Prosatext im Reim gebracht

LG Alf