Miss Mutigs Ode auf sich selbst

von Alf Glocker
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Nicht, daß ich mich lieben würde, aber mit dem Begriff „Würde“ hat das schon etwas zu tun, was ich von mir halte. Meine Würde ist menschenwürdig. Niemand kann mir diese Würde nehmen, auch wenn er gar nicht die Absicht haben sollte. Denn ich würde alles sofort merken und mich dann querlegen und ihm zeigen, was Sache ist … außer natürlich, es würde sich um eine Amtsperson handeln, die mit dem nötigen Gefühl, also mit stichhaltigen Argumenten vorgeht. Amtspersonen mit Gefühl ist bei mir alles erlaubt, auch wenn sie gar keins haben und nur ich denke, sie hätten eins, aber z. B. kein solches wie ein Stein. Der kann keines haben, weil er sonst nicht immer nur nachdenken, sondern mich einfach lieben WÜRDE. Das ist es, was ich von „Würde“ halte.

Andere Würden gibt es so gut wie nicht, nicht einmal hoch, breit, oder lang. Wem ich nichts bedeute, der bedeutet mir nichts, weil ich weiß, was Verantwortung ist. Nämlich speziell die, welche ich für Sohwass von Schlapp, den verkrachten Künstler, selbsternannten Philosophen, fehlinformierten Denker und was weiß ich noch alles, empfinde. Er denkt grundsätzlich eigenständig, ohne sich vorher, entweder bei mir oder einer würdigen Amtsperson, erkundigt zu haben was gerade gedacht werden soll, kann oder darf – und somit denkt er falsch, wie es falscher nicht mehr geht. Aber mir, die ich Verantwortung für sein Denken, oder jemandem, der richtig zu denken (also den Informationen gemäß) gelernt hat, glaubt er ja nicht. Das ist schade, denn auf diesem Weg kann ich nur seine Anerkennung, nicht aber seine wahre Liebe erlangen, die immer von meiner Würde herkommt.

Was ich tun und was ich lassen würde ist allein meiner Würde unterworfen, wie alles Übrige auf der Welt, das keine oder zu wenig Macht hat, mir zu widerstehen. Ich würde nicht einmal darüber nachdenken, was dem geschieht, der mir widersteht. Er ist des Nachdenkens nicht würdig! Würdig ist mir der Clown, würdig ist mir einer, der ganz genau weiß, wie es um meine und somit um seine Würde steht. Denn meine Würde ist nicht von äußeren Umständen abhängig, sondern von der Tatsache, daß ich geboren bin und hier ein Mitsprachrecht habe. Und wenn ich „Mitspracherecht“ sage, dann meine ich: Jeder, der ganz genauso denkt wie ich, hat ein Mitsprachrecht, als Würde. Alle anderen täten gut daran, wenn sie sich rechtzeitig zurückziehen würden … solange sie noch können. Denn wer sich intensiv mit mir beschäftigt, der weiß nicht, worauf er sich eingelassen hat.

Wenn „er“ weiblich ist, dann weiß ich, wie ich „ihm“ meine Kameradschaft anbiete. Sollte er „männlich“ sein, dann hat er sich die Folgen selbst zuzuschreiben, wenn er mehr von mir möchte als ein kollegiales Verhältnis, denn dann werde ich ihn vereinnahmen und es ganz normal finden. Frauen machen das so und Männer müssen entsprechend reagieren. Das steht nirgends, das ist so – und zwar, obwohl ich das offiziell gar nicht weiß und es auch niemals zugeben würde. Denn meine Würde braucht – in diesem Fall – keine spezielle Begründung, nicht einmal eine allgemeine … sie benötigt überhaupt keine: sie ist! Anständige Menschen stellen sich darauf ein und richten sich ab. Ich kann ja schließlich nicht alles selber machen. Ich habe Arbeit genug mit einem Stein!

Bis der einsieht was Würde ist und warum ich sie am liebsten jeden Tag – meinen „Gefühlen“ (Launen) nach einfordern würde, ist die Welt untergegangen. Bisher habe ich alle wichtigen Dinge im Leben verpasst – und alles nur, weil man meiner Würde nicht den geeigneten Tribut erwiesen hat, wie das bei anderen Frauen der Fall ist. Ich hatte noch niemals einen echten Grund, aus mir selbst heraus, humorvoll zu sein! Stets ist mir alles zuwidergelaufen und nie wurde man meiner Würde gerecht, die ich trotzdem fortwährend, in zahlreichen Protesten und Protesthandlungen, ausdrücklich betont habe. Immer, wenn einem anderen, vor allem dem blöden Sohwass von Schlapp, so etwas wie „Würde“ zuteil zu werden drohte, musste ich einschreiten, damit ich nicht vollends außen vor blieb.

Aber sogar das hat man mir angekreidet! Es ist ein Kreuz mit diesem Leben! Ich kann es nicht ertragen und ich kann es nicht verlassen – mehrmals hat man mich schon zurückgeholt, obgleich ich doch schon auf dem besten Wege war. Und auch das hat nichts genützt: Mir hat man, allen furchtbaren Anstrengungen zum Trotz, jede Form angemessenerer Würde verweigert. Also bleibe ich halt am Leben und zeige, oft und öfter, daß mich das extrem missmutig macht. Warum sollen andere nicht wenigstens an meinem Leiden teilhaben, wenn sie doch schon alles, was ich sein möchte und deshalb bin, ignorieren. Muss ich auf so etwas Rücksicht nehmen?! Ich denke nicht – und daraus leite ich ebenfalls ein gehöriges Maß WÜRDE ab … für alle Zeit!

Öl auf Leinwand
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