Wo bitte, geht’s zur Vernunft? Eine unvernünftige Betrachtung

von Alf Glocker
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Rauschgiftsüchtige, Drogendealer, verrückte und feige Staatenlenker, wahnsinnige Glaubensfanatiker, Mörder, Diebe, Räuber aller Art, bescheuerte Sklaven und dazwischen ein paar „Normale“, die ihr Heil darin suchen, nichts zu sehen, nichts zu hören und zu schweigen. Das ist doch super – nicht wahr?!

Polizisten, die, erpresst, im Auftrag einer mafiösen, also perversen oder ganz offiziellen Verbrecherorganisation arbeiten, halbseidene Clowns, oder Geschäftemacher der übelsten Sorte, vervollständigen die Szenerie noch – im Zusammenspiel mit bestochenen Wissenschaftlern und Schauspielern, die uns die Welt entweder schönrechnen, oder sie – passend ins Bild von Vollpfosten – verharmlosen.

Da können wir doch beruhigt einschlafen – oder etwa nicht?! Nein? Macht nichts, denn die Hilfe naht, in Form von Kindersoldaten, Stammeskriegern, Berufsvergewaltigern, Marathontänzern und Religionsverfechtern. Sie alle eilen herbei, um uns, zusammen mit Geisteskranken und Kinderschändern, wieder auf die kurzen Lügenbeine zu helfen.

Denker brauchen wir ja nicht, weil schon alles gedacht ist … harharr! Eine Erschütterung der Macht gibt es nicht. Da beten wir doch lieber Schweinegesichter an, bevor wir mit den Fingern auf Teufelsbeschwörer deuten, die frech unsere Straßen bevölkern und uns bisweilen schon verdutzt fragen, warum wir denn noch da sind, wo wir gar nicht hingehören …

Zum Glück gibt es aber, auf der ganzen Welt, völlig neutrale Berichterstatter, die, gemäß der jeweils vor Ort vertretenen Wunsch-Wahrheiten, himmlisch verklärte Bilder der „Realität“ zeigen, die jedermann nur gut gefallen wollen. Jedermann stirbt eben nicht nur gerne in Salzburg, in einem naiven Theaterstück, sondern mit wachsender Begeisterung, überall dort, wo die Gilde Münchhausens wundervolle Storys vom Leben verzapft.

Storys allerdings, die nicht einmal ein halbwegs gesund veranlagter Halbaffe glauben würde. Und da haben wir’s auch schon, das Vertrauensdilemma! Wem soll man denn vertrauen? Nun was man soll, ist klar: ungereimten Blödsinn annehmen, der Antworten auf Fragen hat, die gar nicht wirklich gestellt wurden. Komm da nur ja keiner mit fundierten Ergebnissen daher – das ist uns viiiel zu kompliziert. Wenn wir damit konfrontiert werden, dann muss man auch damit rechnen, daß die meisten von uns sofort einschlafen. Warum auch nicht?!

Wir erweitern unser Bewusstsein ausschließlich mit Drogen. Alles andere ist unzulässig, weil sonst der blanke Neid aufkäme, und das können wir nicht zulassen. Aber alle, die Drogen als verboten akzeptieren, können den langweiligen Weg der erlaubten Bildung einschlagen, die gerade propagiert wird.

Dort gibt es Prüfungsbögen, die nachweisen sollen, daß man sich nicht außerhalb der zulässigen Spuren befindet. Sonst ist kein Zertifikat zu bekommen! Sage ausschließlich was du gelernt hast, niemals was du denkt, sonst nimmt dir keiner dein „erweitertes Bewusstsein“, sprich, dein „höheres Bildungsniveau“ ab und du wirst ungehört und ungesehen zum Schweigen verurteilt.

Die Wahl zwischen dem einen Schweigen, dem mit vielen Worten nichts gesagt zu haben, und dem anderen Schweigen (mundtot gemacht worden zu sein) fällt besonders dann leicht, wenn man es zu „etwas“ bringen will. Und wenn das der Fall ist, dann müssen wir uns eben verrückten Staatenlenkern unterordnen.

Dann gehören Drogendealer und Rauschgiftsüchtige, wie auch wahnsinnige Religionsfanatiker, Mörder, Diebe, Räuber aller Art, bescheuerte Sklaven und dazwischen ein paar „Normale“, die ihr Heil darin suchen nichts zu sehen, nichts zu hören und zu schweigen, zu unserem täglichen Brot. Sie fordern geradezu unsere Toleranzbereitschaft heraus! Das ist doch super – nicht wahr?!

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Kommentare

08. Jan 2019

"Normale, die ihr Heil darin suchen, nichts zu sehen, nichts zu hören und zu schweigen..."

Die bittere Realität, obwohl unreal sich anfühlend.
Alf, du schreibst exzellent.
LG Uwe