Der Beweis dafür, daß alles gut wird

von Alf Glocker
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Der Beweis dafür, daß alles gut wird, ist der, daß schon alles gut ist! Die Welt ist rund, alle Möglichkeiten stehen jedem offen – jeder kann hingehen, wo er will … und die Leute aus A sind darüber glücklich! Aber auch die Leute aus B finden das gut, wie übrigens auch die Leute aus C oder D. Alle kommen zu den Leuten aus A und machen dort, was B, C, D, oder sonst wem gefällt. Das sehen die Leute aus A nicht so eng, denn man kann ja überall hingehen …

Wenn aber einer aus A zu den Bs geht, dann muss er aufpassen, daß er nicht in ein Umerziehungslager kommt. Er bringt meist etwas mit um dem vorzubeugen, und er erwähnt vor allem nie, was Leute aus A so zu denken pflegen und schon gar nicht, daß sie das in B auch gerne denken würden, oder, was noch viel schlimmer ist, daß sie das auch gerne tun würden, was sie vorher, oder schon immer gedacht haben. Was nicht geht, geht eben nicht!

Geht jedoch einer aus A zu den Cs, dann sollte er darauf vorbereitet sein, daß man ihm den Kopf abschneidet! Dazu muss er gar nicht viel tun … man erkennt ja, auf Grund seines Äußeren, wo er herkommt. Er muss dann schon viel mitbringen, um den Kopf weiterhin aufbehalten zu können … und er darf sich nicht etwa Menschengruppen anschließen, die dort Leute aus A gut finden, oder versuchen, ihren Lebensstil zu imitieren, sonst kann es passieren, daß er, zusammen mit ihnen, in ihren Häusern verbrannt wird.

Wenn einer aus A nach D auswandert und dorthin eine Unzahl von Vorhaben mitbringt … sagen wir, er baut da Schulen und Krankenhäuser, oder er zieht eine Farm auf, errichtet Straßen und Eisenbahnen, dann schlägt das leider kaum zu Buche. Zwar wird alles behalten, er selbst aber wird – nicht überall in D – des Öfteren vertrieben, geschmäht, gejagt, verschleppt, als Volksfeind bezeichnet … und zwar einfach, weil er aussieht wie einer aus A. Da kann er machen was er will, wenn einer aus A aussieht wie einer aus A, dann soll er bleiben wo der Pfeffer wächst.

Kommen jedoch Leute aus B, C, D, oder sonst woher, dann bestehen sie darauf so sein zu dürfen wie Leute aus B, C, D, oder sonst woher. Auch in A empfinden sie sich und ihre Bräuche als besonders wertvoll und ihr Aussehen als schön. Dabei bringen sie, außer Hunger, Durst, irrsinnigen Religionen und frechen Ansprüchen überhaupt nichts mit (ihre oft sehr hohe Kinderzahl einmal nicht mitgerechnet). Leute aus B, C, D, oder sonst woher, sind eben Leuten aus A nicht nur genetisch, sondern auch moralisch weit überlegen!

A kann sich demnach den anderen 4 Buchstaben (B, C, D, oder sonst woher) nur anpassen, indem es sich selbst verleugnet und all jenen ein herzliches Willkommen entgegenschleudert, die es auslöschen wollen – nein, nicht geographisch, da brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Der Kontinent bleibt ja bestehen … seine Bewohner werden halt nicht mehr gebraucht! Bleibt die Frage, wer in Zukunft noch etwas mitbringt, wenn er woanders hin geht …

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Kommentare

11. Aug 2017

Auf manche Mitbringsel kann man verzichten -
Speziell auf die, die dann vernichten ...

LG Axel