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Wann gelacht werden darf

Bild von Alf Glocker
Bibliothek

Immer seltener zum Lachen veranlasst fühle ich mich, wenn ich ewig prüfe woran man mich gebunden hat. Da kommt vieles auf den Tisch! Was habe ich nicht schon alles herunter gewürgt. Das Wenigste hat mir geschmeckt, aber man müsste schon sehr viel Macht haben, um sich vor den Stürmen des Lebens in eine Art Ereignisbunker verziehen zu können, wenn der Wahnsinn wieder einmal um sich greift.

Mit ehrlichem Anstand kommt man da nicht weit. Und die meisten von uns haben das auch nicht vor. Offiziell natürlich schon, aber klammheimlich wissen sie genau, warum sie, als Hase, dorthin laufen wo die Mohrrüben besonders tief hängen. Und so verhandeln wir mehr oder weniger geschickt mit dem Schicksal…

Zarte Bande soll man schmieden,
wenn sie auch dem Wahnsinn gelten,
so erschließt sich uns der Frieden,
so eröffnen sich uns Welten.

Was wir davon brauchen können
ist vor allem ganz egal –
wir woll’n es „vorzüglich“ nennen,
denn der Tugendpfad ist schmal!

Er bezieht sich nicht auf die Gefühle,
die uns ver-leiten oder lenken,
er verzeichnet all die Kühle,
die wir froh einander schenken…

Und sieht das auch nach Liebe aus,
es ist Rechnen, Planen, Führen –
in des Frühlings Narrenhaus.
Wir dürfen uns zu Göttern küren!

Götter sind im Ganzen – Großen
so entsetzlich weise Wesen…
man bemerkt gar nicht die losen,
ewig heimtückischen Interessen!

Was Göttern schlichtweg angehört,
sei uns nun ebenfalls von Nutzen –
schau’n wir weg, von dem was stört!
Dann brauchen wir uns auch nicht stutzen!

Glückverheißend, stets begleitend,
steht der Wahnsinn uns zur Seite –
wunderbar und wegbereitend
öffnet er uns jede angepeilte…Weite!

Die Möglichkeit Erfahrungen zu machen bietet uns ein weites Feld – meist der Unehre, das wir für eines der Ehre halten, weil man uns das so beigebracht hat. Man bringt uns ja Vieles bei, während unseres Aufenthaltes auf Erden. Und ob Kind, ob Erwachsener – kaum einer von uns ist in der Lage, sich selbst ein vernünftiges Urteil zu bilden. Es sei denn wir wüssten im Einzelnen, wer wir denn nun tatsächlich sind.

Die Ehrlichkeit zu sich selber stünde dann vor allen weiteren Überlegungen. Aber, fragt man sich eigentlich denn im Vorfeld überhaupt, wie Ehrlichkeit entsteht? Man fragt sich nicht! Ehrlichkeit ist etwas Unabhängiges, etwas Eigenes, und etwas Unbeeinflussbares! Es entsteht, genau genommen, bei der Geburt!

Wenn wir so da liegen, im Blut der Mutter, dann sind wir absolut neutral und wenn man uns das weiter sein ließe, bis es uns gelingt eigene Entscheidungen zu treffen, dann würden wir das in gewisser Weise ehrlich, sprich „unverfälscht“ tun.

Selbstverständlich würden wir uns auch da schon voneinander unterscheiden. Einige von uns tendieren zur freundlichen Zusammenarbeit, andere verschaffen sich bereits in den frühesten Jahren Vorteile durch Bauernschläue oder gar gefährliche List. Da muss man nicht lange überlegen – so ist man, wenn man so ist!

Das ist wie mit dem Charme oder dem Humor – man hat ihn oder man hat ihn nicht. Erlernbar sind Eigenschaften jedenfalls nicht! Aber es gibt Erlernbares, das uns aufgezwungen wird und dabei Unehrlichkeit provoziert…wie der Glaube an einen bestimmten Gott.

Würden wir nicht, ganz automatisch in Glaubensgemeinschaften hineinwachsen, die von Anfang an, den kindlichen Geist und später den erwachsenen Verstand irritieren, dann wären wir zumindest ehrlich genug, zu sein wie wir sind. So sind wir das aber kaum!

Wir sind, von Kindesbeinen an gezwungen, in dogmatischen Abfolgen zu denken, anstatt eigene Wege zur Seele des Universums zu finden, Wege, die dem persönlichen Weg entsprechen.

Weil wir aber nicht von Geburt an sind, wie wir sein sollen – jedenfalls nicht, aus der Sicht gemeingefährlich führender Schichten – ereilt uns stets der tief sitzende Wunsch nach Verwirklichung, außerhalb geltender Regeln, oder zumindest innerhalb derselben, wenn wir nur dabei kleinere oder größere Verbrechen begehen dürfen.

Das reicht von der Selbstbefriedigung, respektive Verhütung, bis hin zum heldenhaften Attentat, als Ersatzbefriedigung für den unerfüllten Wunsch Böses zu vollbringen. Hauptsache man schadet irgendwem!

Ehrlich kann dabei keiner bleiben! Da müsste man schon zuerst in Erfahrung bringen, was man gemocht hätte, wenn man je Herr über natürlich gewachsene Entscheidungen gewesen wäre.

In der angewandten Realität erreichen wir unsere Bestimmung also nur auf Umwegen, über die Verdrängung der Seele. Zu Gott oder auch zu uns selbst finden wir aber nicht, anderslautenden Erklärungen zum Trotz, über eine Glaubensgemeinschaft, sondern nur in der Entdeckung des Lebens an sich.

Vielleicht ist es gut, wenn manche Leute ihre wahren Veranlagungen vor der Öffentlichkeit verbergen müssen. Zugegeben! Ehrlich ist es aber nicht unbedingt, da man Veranlagungen zwar vorübergehend unterdrücken, nicht aber wirklich beseitigen kann.

Zu erkennen ist dies an den häufigen Berichten von Missbrauch, gerade durch Würdenträger, denen die Machtausübung wichtiger als der Glaube war, oder auch an betont fanatischen Kundgebungen, die, in Ermangelung jeglichen Verstandes, absolut überflüssige geschichtliche Ereignisse heraufbeschwören können.

Vielleicht, höchstens vielleicht, jedoch im Dunstkreis der Hoffnung könnte es demgegenüber liegen, an eine gesunde Entwicklung der Seele ohne an einen, von außen kommenden Gottesbegriff, einen Messias, Propheten, Guru, etc., zu glauben. Auch das wäre eventuell ein Glaube und womöglich kein schlechter, bzw., sogar eine echte Alternative zu allen bisher durchweg misslungen Denkmodellen!

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Kommentare

13. Nov 2015

Zitat:
Wenn wir so da liegen, im Blut der Mutter, dann sind wir absolut neutral und wenn man uns das weiter sein ließe, bis es uns gelingt eigene Entscheidungen zu treffen, dann würden wir das in gewisser Weise ehrlich, sprich „unverfälscht“ tun.
Zitatende

Genau da beginnt ja "das Problem". Auch du kennst sicher das fehlgelaufene Experiment mit den Säuglingen und der Sprache, an dessen Ende diese armen Kreaturen "eingingen" (statt eine Ur-Sprache zu enthüllen), weil von ihnen jegliche Eindrücke ferngehalten wurden.
"Leider" braucht der Mensch Einflüsse von außen, um an ihnen entlang sein ihm eigenes "Ich" entwickeln zu können.
Darum ja sind wir alle "anders" (Gott-sei-Dank! - sage ICH) ...

13. Nov 2015

man kann die Einflüsse von außen auch etwas humaner gestalten...
ich sagte nicht "überhaupt keine Ansprache"! Zwischen Kümmern, im Sinne von Ansprache, und Einflussnehmen sehe ich einen deutlichen Unterschied!

13. Nov 2015

Liebe formt nicht...

Erlebnisse sind selbstverständlich in der Zeit enthalten.
Dogmen sind Gift!

16. Nov 2015

Da stimme ich dir zu,lieber Alf!
L.G. Angélique

13. Nov 2015

Wer spricht denn gleich von Liebe?
Auch ein Lächeln, Streicheln, ein Schlag, ein böses Gesicht sind Formen der Zuwendung, ganz ohne jedes Dogma.
Aber gut jetzt, ich geb' Ruhe.