Die Schnecke

von Sigrid Hartmann
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Im Gras, unweit des Weges, saß eine Weinbergschnecke. Sie hatte großen Hunger, und weil die Sonne noch nicht so heiß war, wie sie es im Sommer ist, war die Schnecke noch nicht zurück in die Hecke gekrochen, in der sie meistens ihre Tage verbrachte.
Der Frühling hatte gerade erst begonnen, er hatte den Winter abgelöst und die Sonne hatte die Gräser, Blumen und Pflanzen aus der Erde gelockt. Überall begann es zu sprießen und zu blühen und der Tisch für die Tiere war reichlich gedeckt. Löwenzahnblüten waren die Lieblingsspeise der kleinen Schnecke und davon gab es jetzt reichlich. Sie näherte sich einer besonders schönen Blüte, als ihr ein betörender Duft in die Nase stieg. Es war ein unbekannter Geruch, süß und verlockend. Wo kam er nur her? Die Schnecke schaute sich um und entdeckte etwas Seltsames, Weißes vor sich im Gras. Es hatte keine Ähnlichkeit mit den Blüten, die sie kannte. Was für eine merkwürdige Pflanze mochte das sein? Langsam und vorsichtig kroch sie darauf zu und biss ein winzig kleines Stückchen davon ab. Pfui Teufel – was war denn das? Es roch so gut und schmeckte so ekelig – was konnte das sein?

„Schau mal Mama, da hat jemand Kuchen gegessen und das Papier einfach ins Gras geworfen! Oh wie süß, die kleine Schnecke frisst das Papier …“

Kommentare

16. Apr 2017

Würde mich nicht wundern wenn`s Kind weiter "füttert"... so süß die Schnecke!
Liebe Grüße in Deinen Morgen!
Soléa